Der Science-Fiction-Kracher des Jahres: STAR TREK INTO DARKNESS

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Der Science-Fiction-Kracher des Jahres: STAR TREK INTO DARKNESS

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Star Trek Into Darkness

Ich muss was loswerden, was mir seit Jahren auf der Seele brennt: Ich konnte mit „Star Trek“ noch nie was anfangen. Okay, vielleicht nicht ganz nie: „Raumschiff Enterprise“ habe ich als kleiner Knirps auch immer euphorisch (und heimlich, hihihi) geguckt – aber mit den Jahren verlief sich die ursprüngliche Faszination und wich massiver Gleichgültigkeit. Und natürlich „Tutti Frutti“. Zumal das von Gene Roddenberry ersonnene Universum ja bis zum geht nicht mehr ausgeschlachtet wurde: zehn Kinofilme, sechs Serien – man kann eine Franchise auch totmelken. Doch dann nahm sich 2009 „Lost„-Guru J.J. Abrams des Trek-Kults an und lieferte mit „Star Trek“ ein grandioses Reboot ab. Und der Nachfolger „Star Trek Into Darkness“ ist… fast noch besser!

Oh Gott, mutiere ich jetzt zum Trekkie? Ach, und wenn schon! Mit seiner spektakulären Inszenierung, dem starken Script des Trios Roberto Orci, Alex Kurtzman und Damon Lindelof, dessen sicherem Gespür für dezent eingesetzten Humor und nicht zuletzt dank der generalüberholten Enterprise-Crew um Jung-Kirk Chris Pine hat die Franchise schließlich den Schritt vom Fanboy-Thema zum Sci-Fi-Mega-Blockbuster geschafft.

Ein Herz und eine Seele: Spock und Kirk (Star Trek Into Darkness © Paramount)

Ein Herz und eine Seele: Spock und Kirk (Star Trek Into Darkness © Paramount)

Zu Beginn von „Star Trek Into Darkness“ sehen wir die Enterprise-Crew, wie sie eine primitive Kultur auf dem Planeten Nibiru erkundet und mal eben vor der Auslöschung bewahrt: Als ein gigantischer Vulkan auszubrechen und alles Leben aus Nibiru zu vernichten droht, soll Spock im Herzen des Vulkans die Eruption verhindern, gerät dabei jedoch in Lebensgefahr. Natürlich rettet Kirk seinen Buddy, doch bei diesem Manöver bekommt die indigene Bevölkerung des Planeten die Enterprise zu Gesicht – ein klarer Verstoß gegen Föderationsdirektive XYZ, die keine Einmischung in die Entwicklung unterentwickelter Kulturen erlaubt.

Was Mama nicht weiß, macht Mama nicht heiß, denkt sich Kirk und verschweigt geflissentlich die Verfehlung. Ausgerechnet der dadurch vor der Kremation bewahrte Spock – dieser undankbare, zum Lachen in den Keller gehende, obrigkeitshörige, paragrafenreitende Vulkanier – fällt ihm jedoch in den Rücken und schreibt die Wahrheit und nichts als die Wahrheit in den Bericht. Kirk verliert die Enterprise und soll zurück an die Akademie, Spock wird auf ein anderes Schiff versetzt.

Auf der Suche nach seinen Wurzeln: Vulkanier Spock (Star Trek Into Darkness © Paramount)

Auf der Suche nach seinen Wurzeln: Vulkanier Spock (Star Trek Into Darkness © Paramount)

Doch sie werden schneller wieder vereint, als ihnen lieb ist: Als in London ein Anschlag auf Gebäude der Sternenflotte verübt wird und sich der Täter als ehemaliger Föderations-Agent John Harrison (Benedict „Sherlock“ Cumberbatch) entpuppt und anschließend auf den klingonischen Heimatplaneten Kronos flieht, werden Kirks Enterprise-Dienste wieder benötigt. Doch es ist nicht alles, wie es scheint…

Haha, voll plumpe Neugierigmacherei, wa? Egal: Wer „Star Trek Into Darkness“ noch nicht gesehen hat oder gar J.J. Abrams ersten „Star Trek“ noch nicht kennt und auch nur das rudimentärste Interesse and Science Fiction besitzt, muss das auf der Stelle nachholen. Klar, wenn man Trekkie-Ultra ist, mag man bei der neu besetzten Enterprise-Crew bestehend aus Captain Kirk, Spock (Zachary Quinto), Uhura (Zoë Saldaña, „Avatar“/“Colombiana“), Pille (Karl Urban, „Herr der Ringe“) oder Scotty (Simon Pegg, „Shaun Of The Dead“, „Hot Fuzz“) vielleicht die Nase rümpfen. Früher war natürlich alles besser. Aber die Chemie stimmt zwischen dieser hochkarätigen Besa/etzung, und es gelingt Scriptern und Regisseur eindrucksvoll, die richtige Balance zwischen existenziellem Ernst und luftiger Komik zu finden.

Mist, Spiele kaputt! (Star Trek Into Darkness © Paramount)

Mist, Spiegel kaputt! (Star Trek Into Darkness © Paramount)

Und neben der fetten, 190 Millionen Dollar (!!) schweren Produktion mit ihren tosenden Actionsequenzen und sensationellen Special Effects ist es zudem vor allem der großartige Benedict Cumberbatch, der „Star Trek Into Darkness“ so unwiderstehlich macht: Wenn ein Film immer nur so gut ist wie sein Bösewicht, dann ist das hier definitiv einer der besten Sci-Fi-Flicks aller Zeiten. Weil es ihm tatsächlich gelingt, trotz der rücksichtslosen Bösartigkeit seiner Figur so etwas wie Empathie beim Zuschauer auszulösen. Ich bin übrigens immer noch fassungslos, dass Spiegel Online seinerzeit bei der Filmbesprechung das große Geheimnis seiner Figur spoilte. Manchmal haben die dort die Sensibilität einer Planierraupe.

Wie auch immer: Guckt das Ding, wenn ihr es mal wieder richtig krachen lassen wollt im Heimkino!

Wer noch skeptisch ist, schaut sich vorher noch mal den Trailer an:

Star Trek Into Darkness Cover

Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Das kann ich wohl ganz okay, weil ich jahrelang als Redakteur für diverse Film-Magazine gearbeitet habe. Ein feuchtes Höschen bekomme ich bei den „The Raid“-Filmen und „Deadpool“, aber auch Melancholisches wie „Into The Wild“ oder „Only Lovers Left Alive“ und Dänenkomödien à la „Adams Äpfel“ erfreuen mein Herz. Musikalisch kann man mich z. B. mit Ghost, Kvelertak, Mantar und, klar, Maiden gefügig machen. Meine Website: benrocks.de! – oder checkt doch mal @Foitzinger auf Snapchat aus!

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