Nirvana - „In Utero“ von Nirvana wird 20 Jahre alt - Ein Kniefall

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„In Utero“ von Nirvana wird 20 Jahre alt – Ein Kniefall

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Nirvana-Intero-BannerNirvana feiern Jubiläum. 20 Jahre „In Utero“! Es muss eine kleine Hommage an ein Album vorgetragen werden, welche nochmals unterstreicht, wie wichtig dieses Album ist und war. Auch wenn man vom letzten Album der Band gleichzeitig sprechen muss. Nirvana waren hier auf dem Zenit ihres Daseins und Schaffens.

Zugegeben, der Verfasser dieser Zeilen ist befangen. Zugegeben, der Verfasser hat auch so viele Lenze auf dem Buckel, dass er bei der Veröffentlichung des Albums im Saft seines Lebens stand. Und ja, der Verfasser hat auch Nirvana ein paar Mal live gesehen, sowie die Ehre gehabt, den Kopf Kurt Cobain sowie seine Männer, persönlich zu treffen. Dennoch – und das muss unterstrichen werden – ist „In Utero“ ein Meilenstein. Ein aggressives und wütendes Ding, welches wie eine schmerzhafte Geburt erscheint, nach einigen Hörläufen, sowie dem Wissen, wie es um die Band stand, ein atemberaubendes Objekt.

KurtCobain

Cobain – ein musikalisches Genie und dennoch nie verstanden als Person.

Als Nirvana sich 1987 zusammen fanden, um Musik zu machen, war man meilenweit davon entfernt, dass man auch nur minimalsten Erfolg haben könnte. Kurt gab offen und ehrlich zu, dass Nirvana eine „miese Band“ waren. „Ich kann weder Gitarre spielen, noch sonderlich gut singen“, sprach der blonde Mann. „Es ging uns vielmehr darum, dass ich mit der Gitarre und meinem Gesang die Musik von zwei anderen Typen ergänze.“ Man wurde eines Besseren belehrt und konnte mit „Bleach“ einen Achtungserfolg erkämpfen. Man ging sogar auf Tour, wovon die Band nie geträumt hätte. Zu sehr war man auf Seattle beschränkt gewesen in den Anfangstagen. Mit „Nevermind“ wurden alle Erwartungen gesprengt und die Band ging innerhalb kürzester Zeit durch die Decke. Solch einen Erfolg haben kaum noch andere Bands geschafft. Doch hier beginnt auch direkt der Anfang vom Ende.

Nirvana_Live

Nirvana 1993 auf der Tour zum Album „In Utero“

Nirvana, und vor allem Cobain, konnten mit den Erwartungen seitens der Fans und vor allem der Geschäftspartner nicht umgehen. Man zog sich zurück, wurde launisch und mürrisch. Sogar Absagen, Vertragsbrüche und Lügen kamen zum Vorschein, da Nirvana mit dem Rücken an der Wand standen. Und dies mit einem Frontmann, der weder sich, die Welt noch seinen Gesundheitszustand und Drogensucht in den Griff bekam. „Incesticide“ war der erste Versuch gegen all dies anzukämpfen. Hoffnungslos, da selbst diese – und ja, sogar als Fan muss man dies eingestehen – lieblose Sache Erfolg hatte. Mit „In Utero“ sollte es anders werden. Hier sollte keine Rücksicht mehr genommen werden und der Hass zum Vorschein kommen. Ursprünglich als „I Hate Myself and I Want to Die“ betitelt, musste man sich dann aber doch dem Druck der übermächtigen Musikmaschinerie beugen. Aber nur hinsichtlich des Titels. „Es wird ein Album, welches beide Extreme bis zum Letzten ausreizen wird“, sprach Cobain noch während der Aufnahmen. „Es wird Dinge zu hören geben, die aggressiver sind als alles Bisherige und softer sowie eingängiger als alle Balladen.“ Gesagt getan: „In Utero“ erschien am 13. September 1993. So schraubt sich „Scentless Apprentice“ zu einem Exzess hoch, der Cobain an die Grenzen seiner Stimme bringt. „Heart-Shaped Box“ macht dann den melancholischen Schwenker und hat seinen Ursprung darin, dass Cobain eine Dokumentation über Kinder mit Krebs sah. Dies sollte ihn für diesen Song inspirieren, welchen Nirvana als erste Single auskoppeln sollten. „Rape Me“ und „Dumb“ konnten sinnbildlich dafür stehen, was und wie sich die Band fühlte. Mit „Tourette‘s“, welcher ursprünglich „The Eagle Has Landed“ hieß, bekam „In Uerto“ wohl aber den stärksten Stempel aufgedrückt. Das Extrem wurde vertont.

So schmerzlich es ist, dass das letzte Album einer faszinierenden Band unter keinem guten Stern stand, umso mehr muss man den Hut ziehen vor Nirvana. Aus der ausweglosen Situation sich mit einem solchen Album zurück zu melden, direkt auf Platz 1 der Charts zu gehen und bis heute rund 3,58 Millionen Alben alleine in Amerika zu verkaufen, sind wohl der Beweis dafür. Und dann hat man nur die Eckdaten. Der emotionale Faktor, welcher für viele Hörer bei „In Utero“ erneut hochkommt, steht auf einem anderen Blatt. Eines der besten Alben, das im Plattenschrank steht und dort auch stehen muss. Auch die Neuauflage mit reichlich Bonusmaterial. Ehre, wem Ehre gebührt.

Autor: Peter

Ich schreibe seit 2009 für EMP, von Produkttexten über Reviews bis hin zu Beiträgen im Blog. Meine größte Passion ist meine Familie und die Fotografie sight-of-sound.de!. Ich lebe in Hamburg, liebe Platten, Filme, Konzerte und gute Bücher. Musikalisch bin ich weniger engstirnig, denn letztendlich muss Musik gut gemacht sein und mich packen!

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