THE GAMBLER: Mark Wahlberg auf Selbstzerstörungstrip

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THE GAMBLER: Mark Wahlberg auf einem filmischen Selbstzerstörungstrip

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Ganz oder gar nicht, so das Motto von Mark Wahlberg in diesem düsteren Glücksspiel-Thriller, der auf der gleichnamigen Filmvorlage von 1974 mit James Caan in der Hauptrolle basiert. Immer tiefer trudelt er in den Schuldensumpf hinein – bis er schließlich nur noch eine Sache anzubieten hat: sein Leben.

Teuflische Glücksspielsucht

Läuft nicht so bei Jim Bennett (Wahlberg, „Ted„, „Lone Survivor„, „Transformers 4„): Der übellaunige Literaturprofessor leidet unter einer massiven Spielsucht und treibt sich nachts in illegalen und zwielichtigen Underground-Casinos rum. Bei seinem jüngsten Ausflug lief’s mal wieder suboptimal für Bennett, der beim Spiel nur eine Richtung kennt: All in. Er verlässt das Etablissement mit 200.000 Dollar Schulden bei der koreanischen Glücksspiel-Mafia plus noch mal 50.000 bei einem ominösen Kredithai.

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Schon beim Frühstück stehen die Gläubiger auf der Matte (© Paramount)

Sieben Tage hat Bennett Zeit, die Kohle ranzuschaffen, um seine Schulden zu bezahlen. Kein Problem eigentlich, wofür gibt es denn Mutti (Jessica Lange, „American Horror Story„)? Zu der hat er zwar alles andere als eine gute Beziehung, doch als Notgroschen ist sie natürlich herzlich willkommen. Aber mit so einer Tasche Geld in der Hand, da lässt sich doch etwas viel Besseres anstellen, als sie einem Haufen Gangster zurückzuzahlen, oder? Immer tiefer rutscht Bennett in die Schuldenspirale und leiht sich schließlich noch mehr Kohle bei einem weiteren Geldgeber (John Goodman). Ist das alles nur seiner krankhaften Spielsucht geschuldet – oder stürzt sich Bennett bewusst ins Verderben?

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Mit dem Brocken hier legt man sich besser nicht an (© Paramount)

Nihilismus und Selbstzerstörung

Tatsächlich entwickelt sich der Spieler-Thriller von Rupert Wyatt („Planet der Affen: Prevolution“) mehr und mehr von einem Spielsucht-Drama zu einem mysteriösen Selbstzustörungstrip, in dem Mark Wahlberg zusehends die Grenzen überschreitet und nihilistische Züge entwickelt. Wofür bestraft er sich? Was hat seine Familie damit zu tun? Und kann ihn eventuell die hübsche Studentin Amy (Brie Larson, „The Spectacular Now – Perfekt ist jetzt„) retten?

Wer die Antworten wissen will, sollte sich „The Gambler“ reinziehen – ich hab’s jedenfalls nicht bereut ihn geguckt zu haben. Gerade weil das Thema Spielsucht hier nicht als Krankheit, sondern als selbstzerstörerische Neigung gezeigt wird, bekommt der Film eine interessante Note. Mark Wahlberg spielt den gefühllosen Zocker absolut überzeugend, und die Nebenrollen (allen voran die großartige Jessica Lange und der wie so oft saucoole John Goodman) sind formidabel besetzt.

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Nachts Geld verzocken, tagsüber an der Uni lehren – wie lang das wohl gut geht? (© Paramount)

Fazit

Das Original von 1974, für das James Caan für den Golden Globe nominiert war, habe ich leider nicht gesehen und kann es somit nicht mit dem Remake vergleichen. Doch für sich selbst gesehen ist der neue „The Gambler“ ein stimmungsvoll inszenierter Spieler-Thriller, dem William Monahan (Oscar-Gewinn mit „The Departed“) ein spannendes Drehbuch verpasst hat.

Der Trailer

Das Cover

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Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Das kann ich wohl ganz okay, weil ich jahrelang als Redakteur für diverse Film-Magazine gearbeitet habe. Ein feuchtes Höschen bekomme ich bei den „The Raid“-Filmen und „Deadpool“, aber auch Melancholisches wie „Into The Wild“ oder „Only Lovers Left Alive“ und Dänenkomödien à la „Adams Äpfel“ erfreuen mein Herz. Musikalisch kann man mich z. B. mit Ghost, Kvelertak, Mantar und, klar, Maiden gefügig machen. Meine Website: benrocks.de! – oder checkt doch mal @Foitzinger auf Snapchat aus!

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