FIFTY SHADES OF GREY: "Ich mache keine Liebe. Ich ficke."

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FIFTY SHADES OF GREY: „Ich mache keine Liebe. Ich ficke. Ich ficke hart.“

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Leute, wir müssen reden. Ich habe mir tatsächlich „Fifty Shades Of Grey“ angeschaut. Nur für euch! Und natürlich, weil ich verstehen wollte, warum der Streifen von einem derartigen Hype umweht wird. Nach Sichtung des „Erotik-Dramas“ muss ich nun feststellen: Ich weiß es immer noch nicht.

Fifty Shades Of Grey – der Skandalfilm!

Mehr als vier Millionen Deutsche haben sich die Verfilmung des ersten Romans der „Fifty Shades of Grey„-Trilogie der britischen Autorin E. L. James im Kino reingezogen – man kann also schon sagen, dass der Film eine gesellschaftliche Relevanz besitzt. Und das nicht nur in Deutschland: Weltweit spielte das „Skandal-Drama“ 570 Millionen Dollar ein – da muss ja also irgendwas dran sein! Oder?

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Ana nimmt ihn gerne in den Mund. Den Stift von Mr. Grey – schlecht photogeshoppt übrigens, das Bild. (© Universal)

Vielleicht konnte man es bereits erahnen: Ich fand den Film ziemlich schlimm. Gehe da aber gerne in den offenen Dialog – gibt es hier Fans von „Fifty Shades Of Grey“? Was habe ich nicht geschnallt?!

Das ist das Ausgangs-Szenario: Durch einen Zufall bekommt die schüchterne Studentin Ana (Dakota Johnson, Tochter von Don Johnson und Melanie Griffith) die Möglichkeit, den Milliardär Christian Grey (Jamie Dornan, Sheriff Graham aus „Once Upon A Time„) für die Campus-Zeitung zu interviewen – und verfällt dem bestimmt auftretenden Charmebolzen sofort mit Haut und Haar. Auch er findet Gefallen an der unbeholfenen jungen Dame, die mit der Situation heillos überfordert ist. „Haben Sie auch tatsächlich eine Frage?“, will er von ihr wissen.

Eine Aufforderung, die er besser nicht ausgesprochen hätte: Im weiteren Verlauf des Films, in dem sich die beiden langsam näher kommen, stellt die Trulla eine (dumme) Frage nach der anderen: Was machst du jetzt? Was soll ich jetzt tun? Was ist ein Butt-Plug? Wirst du nun mit mir Liebe machen? Seine patente Antwort auf letztere Frage: „Ich mache keine Liebe. Ich ficke. Ich ficke hart.“ Es sind anscheinend Momente wie dieser, die Mr. Grey unwiderstehlich für die unerträglich naive Ana machen – und der dominante Grey wiederum sieht im scheuen Rehlein ein gefundenes Fressen. Schließlich hat er ein ungewöhnliches Faible: Er steht auf BDSM und hält sich in seinem Luxus-Penthouse gerne eine unterwürfige Gespielin, die er bei Bedarf ordentlich züchtigen kann.

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Willst du mein Sklave sein? (© Universal)

Und wie geht’s weiter? Nachdem sie von seinem düsteren Geheimnis erfährt, zieht sie in Erwägung, seine Unterwürfige zu werden – sträubt sich jedoch zunächst, seinen offiziellen Dom-/Sub-Vertrag zu unterzeichnen, in dem ihre Rechte und Pflichten minutiös festgehalten werden. Um sie endgültig von der Nummer zu überzeugen, schenkt ihr Mr. Grey ein neues Auto und entjungfert sie – nicht hart, sondern ganz soft! Was für ein Gentlemen.

Phallus-Symbolik bis zum Abwedeln

Der Film ist stilvoll inszeniert, strahlt eine kühle Sterilität aus und arbeitet mit mehr oder weniger subtilen Metaphern: Ganz am Anfang steigt Ana aus dem Taxi und blickt von unten auf den gigantischen Peniswolkenkratzer empor, später spielt sie in der Uni versonnen mit ihrem Mund am Bleistift von Mr. Grey herum – ein Hoch auf die Phallus-Symbolik! Fehlt eigentlich nur noch eine Bananenszene. Aber reden wir nicht von Symbolik – kommen wir zu den nackten Fakten! Ich bin echt hochgradig empört: Man sieht tatsächlich Brüste und Arschbacken in „Fifty Shades Of Grey„? Skandal – dieser Film sollte verboten werden!

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Ist doch eigentlich ganz romantisch in Mr. Greys Sado-Penthouse… (© Universal)

Ich frage mich ernsthaft, für wen „Fifty Shades of Grey“ ein Skandalfilm sein soll. Vielleicht für Chorknaben und Kirchenmäuse, doch die Generation Porno können diese schnulzigen Softsexszenen und die inszenierten Züchtigungen doch nicht wirklich schocken!? Zumal die sexuellen Abgründe von Herrn Grey nicht wirklich glaubhaft rüberkommen. Selbst die „krasse“ finale Züchtigungsszene ist dann doch eher ein laues Lüftchen: Echt jetzt? Das soll alles gewesen sein?! Da hätte ich von Sam Taylor-Johnson, Frau von „Kick-Ass“-Darsteller Aaron Taylor-Johnson („Avengers – Age Of Ultron„, „Godzilla“), irgendwie mehr erwartet.

Fazit

Ich bin enttäuscht – da war Lars von Triers „Nymphomaniac“ dann doch um einiges härter und skandalöser. Aber vielleicht bin ich auch abgestumpft und hab das alles nicht richtig verstanden? Könnt ihr den Film bitte gucken und mir seine Faszination erklären?

PS. Auf DVD kommt „Fifty Shades Of Grey“ übrigens in einer bisher ungezeigten Version, die drei Minuten länger ist als die Original-Kinofassung.

Der Trailer

Das Cover

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Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Das kann ich wohl ganz okay, weil ich jahrelang als Redakteur für diverse Film-Magazine gearbeitet habe. Ein feuchtes Höschen bekomme ich bei den „The Raid“-Filmen und „Deadpool“, aber auch Melancholisches wie „Into The Wild“ oder „Only Lovers Left Alive“ und Dänenkomödien à la „Adams Äpfel“ erfreuen mein Herz. Musikalisch kann man mich z. B. mit Ghost, Kvelertak, Mantar und, klar, Maiden gefügig machen. Meine Website: benrocks.de! – oder checkt doch mal @Foitzinger auf Snapchat aus!

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