Endlich mal wieder eine gute ZomCom: WARM BODIES

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Endlich mal wieder eine gute ZomCom: WARM BODIES

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Es gibt nicht viele wirklich lustige Zombiekomödien auf dieser Welt. Neben Genre-Papst „Braindead“ fällt einem nach „Zombieland„, „Shaun Of The Dead“ und dem 2005er „Slither“ auch schon nicht mehr viel ein (weitere Vorschläge sind herzlich willkommen). Wie schön also, dass mit Jonathan Levines „Warm Bodies“ – einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von Isaac Marion – nun endlich mal wieder ein äußerst gelungener Genrebeitrag aus dem Untotenfleischwolf gewurstet kommt.

Die Ausgangslage ist Zombiefilmstandard: Nach der Infektionsapokalypse haben sich die wenigen Überlebenden hinter einem riesigen Schutzwall verschanzt, während die Untoten auf der Suche nach frischem Menschenbregen durch die Straßen marodieren. Einer von ihnen – nennen wir ihn R – ist ein wenig anders als der gammlige Rest: R hört gerne alte Platten in einem Flugzeug, trifft sich zum lockeren Röchelschnack mit Zombiekumpel M an der verwaisten Flughafenbar, hat manchmal etwas im Kopf, was man Gedanken nennen könnte, und bringt es deswegen auch nicht übers Herz, die hübsche Julie zu fressen, die er eines Tages mit seiner Zombiehorde bei der Nahrungssuche in einem verlassenen Hochhaus trifft. Ihrem Freund freilich lutscht er den leckeren Bregen aus.

Sexiest Zombie-Man undead: R (© Concorde)

Um Julie vor seinen gefräßigen Artgenossen zu schützen, tarnt R sie als Untote, schleppt sie in seine alte Boeing ab und spürt plötzlich ungekannte Regungen in seinem kalten… Herzen: Je länger er mit ihr zusammen ist, desto menschlicher wird der fahle Gesell und färbt damit sogar auf andere Zombies ab. Doch Julie, Tochter des rigorosen Zombie-Jägers Colonel Grigio (John Malkovich), möchte zurück zu den Lebenden – und dann sind da ja auch noch die fiesen Knochen, Zombies im Endstadium, mit denen nicht gut Menschenhirnessen ist.

Wer hinter der „Bestie liebt Menschenfrau“-Nummer einen weiteren „Twilight„-Romanzen-Klon vermutet (und/oder befürchtet), liegt falsch: Statt reaktionäre Botschaften zu propagieren, liefert „Warm Bodies“ eine charmante Love Story zweier denkbar verschiedener Wesen ab und spart dabei nicht mit cleveren Bezügen zur wohl größten und tragischsten Romanze aller Zeiten: Shakespeares „Romeo & Julia“ (was findige Kombinierer vielleicht schon anhand der Namen der Protagonisten erahnt haben). Sympathisch sind auch die sozialen Implikationen der Geschichte: Die harten Herzen unserer erkalteten Gesellschaft können wieder erwärmt werden… durch die Liebe! Also, Leute: liebt mehr! Andere, euch selbst, die Welt, in der ihr atmet. Peace.

Love is in the air… (© Concorde)

Doch genug geschmalzt: SO ein Romanzenschleim ist „Warm Bodies“ dann auch wieder nicht (falls das eben den ein oder anderen harten Typen abgeschreckt haben sollte). Schließlich sieht man hier mehr Blut und Zombiefressen als beispielsweise in „World War Z“ und steht die fein getimete Komik dabei stets im Vordergrund. Auch R-Darsteller Nicholas Hoult (der einstmals süße Knirps aus „About a Boy“ und heutige Gigantenschlächter aus „Jack and the Giants“) liefert eine erstklassige Performance ab und zeigt der Konkurrenz, wie man das mit dem Schauspielern richtig macht, während Albernudel Rob Corddry („Hot Tub“!) wie immer die besten Gags raushaut.

Zombie-Splatter-Puristen werden hier eventuell die Nase rümpfen und die Genremainstreamisierung monieren, doch wer genug hat vom ewig-gleichen Monster-Ringelrein und einer frischen Brise aufgeschlossen gegenüber steht, sollte hier unbedingt mal reinschauen. Allein dass der Film (wie übrigens auch der Roman) aus der Zombieperspektive erzählt, macht ihn schon zu etwas erfrischend Besonderem.

Regisseur Jonathan Levine: „Wir gehen hier zwar einen anderen Weg mit der Zombie-Mythologie, doch es gibt trotzdem noch genug für Die-Hard-Zombiefans. Ich hoffe, die Leute sind so aufgeschlossen, sich darauf einzulassen.“

Seid ihr doch, oder nicht?!

Hier der Einstiegstest:

Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Das kann ich wohl ganz okay, weil ich jahrelang als Redakteur für diverse Film-Magazine gearbeitet habe. Ein feuchtes Höschen bekomme ich bei den „The Raid“-Filmen und „Deadpool“, aber auch Melancholisches wie „Into The Wild“ oder „Only Lovers Left Alive“ und Dänenkomödien à la „Adams Äpfel“ erfreuen mein Herz. Musikalisch kann man mich z. B. mit Ghost, Kvelertak, Mantar und, klar, Maiden gefügig machen. Meine Website: benrocks.de! – oder checkt doch mal @Foitzinger auf Snapchat aus!

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