Die Sci-Fi-Romanverfilmung ENDER'S GAME startet im Kino

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Die Sci-Fi-Romanverfilmung ENDER’S GAME startet im Kino

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Ender's Game

Knapp 30 Jahre nach seiner Veröffentlichung schafft es der Military-Science-Fiction-Roman „Das große Spiel“ (so der grandiose deutsche Titel) aus der Feder von Orson Scott Card auf die große Leinwand. Obwohl die Vorlage von vielen gefeiert wurde und preisgekrönt ist, umweht die Verfilmung nun auch eine kleine Kontroverse – schließlich vertritt der Autor offensiv reaktionären Ansichten. Das allerdings eher außerhalb seines Werks, insofern wollen wir „Ender’s Game“ einfach mal objektiv betrachten.

Worum es geht: In der Zukunft hat mal wieder eine außerirdische Spezies, die Formics, versucht, die Erde zu erobern, und wäre beinahe erfolgreich gewesen. Nur dem Heldenmut des legendären Kriegers Mazer Rackham (Ben Kingsley), der sich opferte und seinen Flieger selbstlos im Alien-Mutterschiff versenkte, ist es zu verdanken, dass die insektoiden Viecher in die Flucht geschlagen werden konnten.

Oder hat er die Aliens mit seinem Aussehen in die Flucht geschlagen? (Ender's Game © Constantin)

Oder hat er die Aliens mit seinem Aussehen in die Flucht geschlagen? (Ender’s Game © Constantin)

Doch 70 Jahre danach mehren sich die Anzeichen (O-Ton aus dem Film: „intergalaktischen Geheimdienstinformation zufolge“ – ja, das sagen die WIRKLICH), dass die Formics zum nächsten Angriff blasen. Fieberhaft sucht die internationale Erdverteidigungsflotte, vertreten durch von Colonel Graff (endlich mal wieder in einem Raumgleiter: „Star Wars„-Ikone Harrison Ford), nach einem taktischen Genie, das es mit dem Gegner aufnehmen kann, und schult dafür Jungs und Mädels in Militärschulen. Warum Kinder? Na weil die komplexe Vorgänge viel besser verarbeiten können als Erwachsene!

Graff ist fasziniert von den taktischen und strategischen Fähigkeiten des Frischlings Ender Wiggins („Hugo Cabret“ Asa Butterfield) – könnte er der Retter sein, der die Welt vor der Formics-Invasion bewahrt? Ist er überhaupt schon bereit, in den Krieg zu ziehen? „Er ist bereit genug“, sagt Graff und schickt ihn auf die intergalaktische Kampfschule, wo er sich gegen andere aussichtsreiche Kandidaten durchsetzen muss.

Harrison Ford scheißt "Full Metal Jacket"-mäßig Spargeltarzan Ender zusammen (Ender's Game © Constantin)

Harrison Ford scheißt „Full Metal Jacket“-mäßig Spargeltarzan Ender zusammen (Ender’s Game © Constantin)

Die Backstory des ersten Formics-Angriffs und damit der ganzen Welt, die wir hier präsentiert bekommen, handelt dieses von Gavin Hood („X-Men Origins: Wolverine„) regierte Sci-Fi-„Spektakel“ in gefühlt 30 Sekunden ab und verwirkt schon mit diesem holprigen Einstieg die Chance, als Romanverfilmung ernst genommen zu werden. Dinge wie die erschreckend schwache deutsche Synchro, die Rasierapparaten/Lottotrommeln nachempfundenen Raumschiffe/Raumstationen oder die angesprochenen „intergalaktischen Geheimdienstinformationen“ sind diesbezüglich auch nicht sonderlich förderlich.

Zumal „Ender’s Game“ größtenteils ein Schuldrama ist: Ender wird von den üblichen Bullies gemobbt, muss seine spargelärmelige Unterlegenheit mit seiner Gewitztheit ausgleichen und schart schließlich immer mehr Gefolgsleute um sich – wie es ein wahrer Anführer eben macht. Ganz nett: der Schwerelosigkeitssimulator, in dem die Kids ihre Angriffstaktik trainieren… was aber letztlich kaum etwas mit dem tatsächlichen Schlachtengetümmel zu tun hat.

Jugendliche Ramontik im Schwerelos-Simulator: Petra und Schmalhans-Ender (Ender's Game © Constantin)

Jugendliche Ramontik im Schwerelos-Simulator: Petra und Schmalhans-Ender (Ender’s Game © Constantin)

Effekttechnisch ist die 110-Millionen schwere Produktion ganz nett anzuschauen. Wenn es denn mal was zu schauen gibt, denn der Großteil der Handlung spielt in der Ausbildungsschule – erinnert ein wenig an die Spieleverfilmung „Halo4„. Und als es dann plötzlich losgeht… nein, spoilen verboten!

Nur so viel: Man fühlt sich am Ende schon ein bisschen betrogen.

Erkenntnis: „Ender’s Game“ ist kein Totalflop wie beispielsweise „After Earth„, haut aber – zumal als Science-Fiction-Film – auch niemanden aus dem Cockpit. Da würde ich mir lieber noch ein fünftes Mal „Star Trek: Into Darkness“ oder auch ein zweites Mal „Oblivion“ angucken, die in puncto Ausstattung, SFX, Handlung und Action um Lichtjahre besser sind.

„Intergalaktische Geheimdienstinformationen“, hahahahaha!

Kinostart „Ender’s Game“: 24. Oktober

Hier der Trailer:

Ender's Game Plakat

Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Das kann ich wohl ganz okay, weil ich jahrelang als Redakteur für diverse Film-Magazine gearbeitet habe. Ein feuchtes Höschen bekomme ich bei den „The Raid“-Filmen und „Deadpool“, aber auch Melancholisches wie „Into The Wild“ oder „Only Lovers Left Alive“ und Dänenkomödien à la „Adams Äpfel“ erfreuen mein Herz. Musikalisch kann man mich z. B. mit Ghost, Kvelertak, Mantar und, klar, Maiden gefügig machen. Meine Website: benrocks.de! – oder checkt doch mal @Foitzinger auf Snapchat aus!

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