Das Album der Woche: Thirty Seconds To Mars mit America

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Das Album der Woche: Thirty Seconds To Mars mit America

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30 Seconds To Mars - Banner

Thirty Seconds To Mars sind wieder zurück. Die Band um den charismatischen Fronter Jared Leto hat mit rund 20 Millionen verkauften Alben längst bewiesen, dass sie eine der ganz großen Bands sind. Mit dem letzten Album war man kurz vor dem Größenwahn. Mit „America“ ist man noch einen Schritt weiter. Unser Album der Woche bei EMP!

Er hat es wieder getan: Jared Leto, Schauspieler, zugegeben ein ansehnlicher Typ, aber insbesondere Sänger der US-Band 30 Seconds To Mars hat ein neues Album fertiggestellt. Nach dem Spagat zwischen Größenwahnsinn und Genialität, welcher unter dem Namen „Love, Lust, Faith And Dreams“ publik wurde, begann die Band bereits im November 2015 mit den Arbeiten am jetzigen Album. Doch die Tage verstrichen, die Wochen wurden länger und letztendlich sollten Monate ins Land ziehen. Man vernahm nichts aus dem Umfeld und selbst die Echelon-Anhänger tappten im Dunklen. Erst als man auf Tour ging, kam man mit dem neuen Song „Walk On Water“ ums Eck. Wo manch einer vielleicht vermutete, dass Leto nun als Jesus übers Wasser laufen würde, hatte der Song eher einen politischen Touch. Die Wahl von Donald Trump stieß der Band sauer auf, was man direkt in einen Song münzen wollte. Doch auch dieser Song hat nun schon zig Monate auf dem Buckel.

30 Seconds To Mars - Band02

30 Seconds To Mars machen ihr Ding und dies unbeirrt von den Erwartungen ihres Umfeldes. (c) by Universal Records

Nach 30 Monaten Arbeit wurde America fertig

Es sollte erst 2018 wieder die Rede von einem neuen Album sein. „America“ so der Titel, welcher erst vor wenigen Tagen offiziell bestätigt wurde. OK, manch Journalist wusste den Namen schon, welcher selbstverständlich im Zuge der Promotion und den anstehenden Interviews nicht mehr von der Hand zu weisen war. Die große Bauzaunplakatierung sollte folgen damit jeder Fan sich den Namen einprägen konnte. „America“ – ein Name, der dem ein oder anderen Fan sicherlich nicht schmecken wird, da das Land seit Trump doch zu sehr im Alltagsgeschehen zu vernehmen ist. Aber gerade hier setzt Jared Leto an, der maßgeblich der Visionär der Band ist. Bruder Shannon hin, Gitarrist und Sympath Tomo her, Jared Leto ist der Dreh- und Angelpunkt der Band, was sich bei den 12 Song erneut zeigt. Nicht nur, dass Jared Leto die Songs schreibt, nein, er ist auch gleichzeitig Produzent. Der Mann hat eine Vision und diese verfolgt er selbst. Das Konzept geht auf, wie die großen Shows, die Headliner-Slots auf Festivals und das allgemeine Interesse and der Band zeigt. Doch was hat nun „America“ auf dem Kasten? Sprechen wir von einem Album, welches eher den eingeschlagenen Weg weiter verfolgt, oder doch eher die Band zu ihren Wurzeln zurückbringt?

30 Seconds To Mars - Band01

Mit „America“ zeigt sich die Band auch politisch. Steht der Truppe definitiv gut zu Gesicht. (c) by Universal Records

Thirty Seconds To Mars gehen ihren Weg weiter

Der Opener „Walk On Water“ ist bekannt und eigentlich sollte mit diesem Song schon klar sein, dass Thirty Seconds To Mars ihren Weg weitergehen. „Dangerous Nights“ ist ein einfühlsamer Song, welcher durch Jareds Stimme zum Tragen kommt und mit feinsten Beats Untermaut wird. Ein Umstand, der sich auch bei der zweiten Vorab-Single „Rescue Me“ zeigt. 30stm haben ihre Liebe für EDM (für alle Rocker, „electronic dance music“ ist gemeint, A.d.R.) gefunden und bauen diese auch aus. Doch auch mit einem Gitarrensolo kann man überzeugen, wie es der Song „One Track Mind“ zeigt, welcher auch gleichzeitig eine Kooperation mit dem Rapper A$AP Rocky darstellt. Fulminantes Ende, welches man der Band so sicher nicht mehr zugetraut hätte. Aber hey, Gitarrist Tomo wird sich ein Loch in den Bauch gefreut haben. Eine weitere Kollaboration gibt es in dem Duett „Love Is Madness“ mit der Pop-Sängerin Halsey, welche wahrlich eine großartige Stimme hat.

30 Seconds To Mars - Artwork

Nur eine Cover-Variante von vielen. Die Band hat wieder zig verschiedene Cover für ihr neues Album.

Was bleibt ist Vieles, aber kein Rock

„Great Wide Open“ ist eine großartige Nummer, in der die Band sowohl den Teufel, als auch den lieben Gott anbetet. Politisch geht es bei „Hail To The Victor“ zur Sache und ja, danke der Nachfrage, es ist wahrlich jeder verrückt da draussen. „Live Like A Dream“ ist catchy und fährt das ganze Sing-A-Long-Programm auf. Wer kann, der kann eben! „Rider“ ist wohl der Song, den man zu einem guten Glas Rotwein zu sich nimmt. Einfühlsam, behutsam und man versinkt in den 3 Minuten. Doch wie ist nun das Fazit genau? Wer ein fettes Rock-Album sucht, wie es die frühen Werke der Band waren, der wird mit „America“ wahrlich nicht glücklich. Es ist ein Album, welches elektronischen Elementen fröhnt, Hip Hop liebt und so sehr Pop ist, wie man es sich nur vorstellen kann. Aber im Gegensatz zu den ganzen Flachzangen, die einem als Pop verkauft werden, sprechen wir bei „America“ von einem Pop-Album mit amtlich viel Tiefgang, größten Momenten und einer Band, die so perfide perfekt agiert, dass wir jetzt schon sicher sein können, dass das Album nachhaltiger nicht sein könnte. Pflicht!

 

MEET & GREET VERLOSUNG!

Auf Facebook gibt es übrigens, bis Sonntagnacht, eine Meet & Greet Verlosung für das Konzert in Berlin. Wo und wie und Teilnehmen – könnt ihr hier im Facebook Posting.

Autor: Peter

Ich schreibe seit 2009 für EMP, von Produkttexten über Reviews bis hin zu Beiträgen im Blog. Meine größte Passion ist meine Familie und die Fotografie sight-of-sound.de!. Ich lebe in Hamburg, liebe Platten, Filme, Konzerte und gute Bücher. Musikalisch bin ich weniger engstirnig, denn letztendlich muss Musik gut gemacht sein und mich packen!

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