Wahnsinn: das weltweite Fan-Event zu "Der Hobbit - Smaugs Einöde"

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Wahnsinn: das weltweite Fan-Event zu Peter Jacksons DER HOBBIT – SMAUGS EINÖDE

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Der Hobbit - Smaugs Einöde

Liebe Tolkien-Maniacs und Hobbit-Fanatiker, sprich: liebe Gleichgesinnte: Gestern fand zu später Stunde ein weltweites, per Satellit synchronisiertes Fan-Event zum immer näher rückenden Kinostart des zweiten Teils von Peter Jacksons „Hobbit“-Trilogie statt – auch unter dem Untertitel „Smaugs Einöde“ bekannt. Zunächst standen Regisseur und selektierte Cast-Mitglieder im Rahmen eines Q&A, das auch im Netz gestreamt wurde, wo die Gemeinde via Twitter unter dem Hashtag: #HobbitFanEvent Fragen beisteuern konnte, Rede und Antwort und präsentierten ein kurzes Behind The Scenes zum zweiten „Hobbit“. Dann gab es für die weltweit in den Kinos hockenden Ultrafans exklusive Ausschnitte aus der mit weit über 1.000 Volt erwarteten Fortsetzung von Jacksons Tolkien-Verfilmung – und zwar 20 (zwanzig!) Minuten! Lest, wie es war:

Als um kurz nach 23 Uhr deutscher Zeit die Live-Übertragung des „Hobbit“-Fan-Events im Hamburger Cinemaxx beginnt, kann man die Spannung im Saal mit Stich, Glamdring und Orcrist zerschneiden. Schade, dass die euphorische Atmosphäre durch einen – man kann es leider nicht anders sagen – kläglichen Simultan-„Übersetzer“ zerstört wird, der aufs Epischste daran scheitert, das naturgemäß auf Englisch abgehaltene Event ins Deutsche zu bringen. Der Saal lacht, ächzt und stöhnt ob dieser peinlichen Performance, die zwei Fragen aufwirft: a) Hält man das junge deutsche Publikum wirklich für so ungebildet, dass es nicht zumindest die inhaltliche Essenz eines englischen Interviews versteht? (Obwohl: Eine brandaktuelle Studie ordnet uns Deutsche in puncto Englisch-Kenntnissen tatsächlich erschreckend weit hinten ein.) Und b) Wenn man dann tatsächlich einen Simultandolmetscher engagiert, sollte der es doch dann wenigstens auch können, oder? Das Ergebnis: Da man den englischen Ton nicht mehr versteht und der mit der Übersetzung beauftragte Mann nur Kauderwelsch von sich gibt, kann man dem ersten Teil der Veranstaltung kaum folgen. Irgendwann, als das Hamburger Publikum seinem Unmut immer lautstärker Ausdruck verleiht (mein Lieblingskommentar: „Ich dachte, ich wäre im ‚Hobbit‘ und nicht in ‚Lost In Translation‘!?“), gelingt es den Verantwortlichen glücklicherweise, ihm den Saft abzudrehen, so dass das Publikum den englischen Originalton zu hören bekommt. Und die Magie kehrt zurück.

Nach einjähriger Wartezeit kehrt Bilbo endlich auf die Leinwand zurück (Der Hobbit - Smaugs Einöde © Warner)

Nach einjähriger Wartezeit kehrt Bilbo endlich auf die Leinwand zurück (Der Hobbit – Smaugs Einöde © Warner)

Per Satellit sind Regisseur Peter Jackson in Wellington, Orlando Bloom (Legolas) und Richard Armitage (Thorin) in New York, Evangeline Lilly (Tauriel) in Los Angeles sowie Lee Pace (Thranduil), Luke Evans (Bard the Bowman) und Andy Serkis (Golllllllum!) in London miteinander in den Kinos verbunden und berichten vom Dreh von „Der Hobbit – Smaugs Einöde“. Jackson erzählt – im Sessel fläzend mit einer Kaffeetasse in der Hand und im Hobbit-Style ohne Schuhe und Socken – von seinen Gefühlen, als der letzte Take der Trilogie (auch Teil 3, der im Dezember 2014 ins Kino kommt, ist ja bereits abgedreht) fiel: Emotional sei es gewesen, sich von allen zu verabschieden, aber er habe sich auch auf die Post Production gefreut. Armitage zitiert auf Anfrage seinen Lieblingssatz aus dem Film: „If this is gonna end in fire, we’re gonna burn together!“ Die Elben Pace und Bloom liefern ein paar Elben-Moves ab. Serkis weiß auf die Frage, welcher Part der gespaltenen Gollum-Persönlichkeit schwieriger darzustellen war, keine Antwort – generell sei aber alles ein bisschen schwieriger gewesen, weil er ja zehn Jahre älter als beim „Herr der Ringe“ ist. Und Evans erklärt, warum seine Schusstechnik des Langbogens, der so groß ist wie er selbst, die richtige ist.

Schade, dass Martin Freeman alias Hobbit Bilbo aufgrund eines anderen Drehs nicht dabei sein kann. Aus dem gleichen Grund ist übrigens auch mein in Aussicht gestelltes Interview mit ihm gescheitert – ich weine mich immer noch nachts in den Schlaf deswegen.

Neu dabei: Evangeline Lilly als Tauriel. (Der Hobbit - Smaugs Einöde © Warner)

Neu dabei: Evangeline Lilly als Tauriel. (Der Hobbit – Smaugs Einöde © Warner)

Im Rahmen des Live-Events gewährt Jackson auch ein paar spaßige Einblicke hinter die Kulissen der gigantischen Produktion: Gandalf und Radagast laufen durch den Greenscreen-Raum und Ian McKellen versemmelt fluchend seinen Text (Jackson: „Er ist unglaublich lustig, wenn er Fehler macht. Er selbst findet das natürlich nicht so lustig.“), Lilly zeigt ihrem Kollegen Pace hinter dessen Rücken den Stinkefinger, Orlando Bloom wird an Seilen durch das Actionset geflogen. Den besten Job haben aber die zwei Kollegen abbekommen, die auf eine Anhöhe nahe des Wellingtoner Flughafen abkommandiert wurden, um Jackson zu benachrichtigen, wenn mal wieder eins der zahlreichen lärmenden Flugzeuge abhebt, das den Ton versauen könnte.

Dann wird die Live-Stream-Gemeinde ausgeklinkt und nach einem Musikvideo zum Filmsong „I See Fire“ von Ed Sheeran kommt das nächste Highlight: die exklusiven Previews zum Film. Hier gerade noch mal besagter Song zum Mithören:

Like? Or dislike?

Bevor das Filmmaterial gezeigt wird (an dem laut Jackson noch der letzte Effektschliff durchgeführt werden müsse, was allerdings kaum zu sehen ist), noch der eindringliche Appell des Maestros an die Fans: Bitte nicht mit Smartphones mitfilmen. Denn wenn Clips davon im Internet auftauchen, wird es solche Events wie diesen hier in Zukunft nicht mehr geben. Bemerkenswert, dass er an die Vernunft der Fans appelliert, die seiner Bitte hoffentlich Folge geleistet haben. In Hamburg dürfte jedenfalls schon mal keiner mitgefilmt haben, schließlich war die Security Crew mit Nachtsichtgeräten ausgestattet. So oder so: Wer Kinofilme mitschneidet und ins Internet stellt, ist doof! Und ganz nebenbei auch noch kriminell.

Nun zu den gezeigten Szenen, die ursprünglich nur fünf Minuten betragen sollten. Doch Jackson haut – gegen den Willen des Studios – einfach viermal soviel raus. „This is between you and me“, sagt der bärtige Hobbitmacher mit einem Zwinkern.

Achtung: Wer das Buch nicht kennt (aber wer kennt denn bitte das Buch nicht?!), könnte hier ein paar Story-Spoiler finden und sollte das nicht (und stattdessen das Buch, wa?) lesen. Wer das Buch kennt, erfährt nichts, was er nicht schon weiß.

Szene 1: Bilbo in den Kronen des Mirkwood-Waldes. Siehe hier:

Bilbo genießt die Aussicht. (Der Hobbit - Smaugs Einöde © Warner)

Bilbo genießt die Aussicht. (Der Hobbit – Smaugs Einöde © Warner)

Als er jedoch wieder abtaucht, muss er feststellen, dass seine zwergischen Begleitern von einer Horde Riesenspinnen eingesponnen wurden, die fast noch unheimlicher animiert sind als Shelob in „Der Herr der Ringe“.

Szene 2: Legolas und Thranduil verhören in den elbischen Hallen einen gefangenen Ork (wenn ich mich recht erinnere, hat der geniale Simultandolmetscher das eingangs mit „Kobold“ übersetzt). Keine Action, aber eine Sequenz, die die Unberechenbarkeit Thranduils gut herausstellt.

Szene 3: Die Zwerge in der Gefangenschaft der Waldelben. Doch dank Bilbo geht’s in Fässern treibend in die Freiheit! Hier wird deutlich, dass Martin Freeman seinen Hobbit noch ein wenig komödiantischer anlegt als im ersten Teil – was nicht übertrieben wirkt, sondern der Romanfigur absolut gerecht wird.

Szene 4: Die Reisegesellschaft wird von Bard dem Bogenschützen per Boot in Esgaroth eingeschleust und landet auch hier wieder in (stinkenden) Fässern.

Szene 5: Balin schickt Bilbo in die unterirdischen Hallen des Berges Erebor, um den Arkenstone aufzuspüren. Dort kommt es zur ersten Begegnung mit dem Drachen Smaug.

Und gerade, als man so richtig, richtig heiß auf den Film ist, geht die Präsentation mit einem Feuerstrahl auf der Leinwand zu Ende. Das ist in etwa so, als hätte deine Traumfrau (sagen wir einfach mal Evangeline Lilly – die Damen bitte durch Orlando Bloom oder Richard Armitage ersetzen) gerade einen Strip vor dir hin- und noch einen Lapdance oben drauf gelegt und würde dir dann erklären, dass sie für Sex erst heiraten will.

Sorry für den anzüglichen Vergleich, aber man fühlt sich nach diesen fantastischen 20 Preview-Minuten einfach nur unendlich aufgegeilt und dann fallen gelassen wie ein nasser Waschlappen.

Aber die gute Nachricht: Bis zum Kinostart von „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ am 12. Dezember sind es „nur“ noch fünf Wochen! Oh Kinogott, das wird so GUT!!! Meint ihr nicht auch?

Hier noch mal der Trailer – zum Aufgeilen :)

Der Hobbit - Smaugs Einöde Poster

Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Das kann ich wohl ganz okay, weil ich jahrelang als Redakteur für diverse Film-Magazine gearbeitet habe. Ein feuchtes Höschen bekomme ich bei den „The Raid“-Filmen und „Deadpool“, aber auch Melancholisches wie „Into The Wild“ oder „Only Lovers Left Alive“ und Dänenkomödien à la „Adams Äpfel“ erfreuen mein Herz. Musikalisch kann man mich z. B. mit Ghost, Kvelertak, Mantar und, klar, Maiden gefügig machen. Meine Website: benrocks.de! – oder checkt doch mal @Foitzinger auf Snapchat aus!

4 Kommentare

  1. OOOHH MEEEIINNN GOOOOTT

    Und ich habe den ersten Teil noch nicht gesehen. Ich bin so eine Flasche… ;-)

  2. Ja Torsten, bist du wirklich :D

  3. Nein, das hast du doch bestimmt mit Absicht gemacht, damit du den Film gleich in der Extended Version gucken kannst, oder?! Warum du die dringend brauchst, erläutere ich dann nächste Woche :)

  4. Filmplakat sieht ja mal meeega aus! oO

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