THE REVENANT oder: Der mit dem Bär ringt. Leo DiCaprio in einem grandiosen Survival-Western

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THE REVENANT oder: Der mit dem Bär ringt. Leo DiCaprio in einem grandiosen Survival-Western

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Wow: Erster Kinobesuch des Jahres und gleich ein absoluter Volltreffer! Gut, meines Wissens hat Regisseur Alejandro González Iñárritu noch keinen ungroßartigen Film abgeliefert – aber irgendwann ist ja bekanntermaßen immer das erste Mal. Doch „The Revenant“ reiht sich nahtlos ein in die Riege an Klassefilmen, die der Mexikaner mit faszinierender Kontinuität abdreht. Mit diesem Rache-Western-Epos hat sich Iñárritu einmal mehr selbst übertroffen.

Dies liegt wie so oft bei seinen Filmen – zu deren besten sicherlich „Amores perros“, „Biutiful“ und der Oscar-Absahner „Birdman“ zählen – vor allem auch am grandiosen Hauptdarsteller: Leonardo DiCaprio legt in der Rolle des Scout Hugh Glass wieder mal eine absolute Glanzleistung hin.

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Leo der Trapper kämpft sich durch den Frost (© 2015 Twentieth Century Fox)

Zu Fuß durch die Kältehölle

Amerika im Jahre 1823: Unter dem Kommando des unerfahrenen Captain Andrew Henry (Domhnall Gleeson) jagen etwa 40 Trapper tief im Indianergebiet nach Biberpelzen. Kurz vor Beendung ihrer Mission werden sie von Ree-Indianern überfallen – nur zehn Männer überleben das Gemetzel und können mit ihrem Boot auf den Fluss fliehen. Unter ihnen: Scout Hugh Glass und sein junger Halblings-Sohn Hawk. Da die Truppe auf dem offenen Wasser eine perfekte Zielscheibe für die Ree ist, entscheidet Glass, an Land zu gehen und sich zu Fuß zum rettenden Fort zurückzuschlagen.

Doch der Weg ist weit, beschwerlich und gefährlich – und zu allem Überfluss sorgt auch noch der hinterhältige Fitzgerald (Tom Hardy, „Mad Max: Fury Road„, „Warrior„) für Stress. Als Glass dann auch noch eine blutige Begegnung mit einem Grizzly hat, scheint die Flucht endgültig in der Katastrophe zu enden – zumal die Indianer keine Ruhe geben, da sie die entführte Häuptlingstochter bei den Pelzjägern vermuten. Es beginnt: Einer der krassesten Überlebenskämpfe der Kinogeschichte.

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Ein gerissener Saubär: Fitzgerald alias Tom Hardy (© 2015 Twentieth Century Fox)

Ein wahres Survival-Massaker

Man muss ja – zumal zu Beginn eines Kinojahres – vorsichtig sein mit solchen Formulierungen… ist mir jetzt aber vollkommen schnurz: Für mich ist „The Revenant“ schon jetzt eins der definitiven Kinohighlights von 2016! In zweieinhalb magischen Stunden entfaltet Iñárritu hier ein dermaßen bildgewaltiges und an die Eingeweide gehendes Survival-Massaker, dass einem im Kinosaal permanent der Atem stockt.

Allein Leos Kampf mit dem Grizzly ist an Intensität kaum zu überbieten und bietet eine passende Metapher für seinen bedingungslosen Kampf gegen die unerbittliche Wildnis und den hinter jeder Ecke lauernden Tod – nicht nur einmal wird Hugh Glass auf seinem Höllentrip metaphorisch wiedergeboren. Was er dabei durchstehen muss, ist einfach nur unbeschreiblich: Man mag kaum glauben, dass dieser Film (zumindest zum Teil) auf einer wahren Geschichte beruht.

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Glass tankt sich durch den garstigen nordamerikanischen Winter (© 2015 Twentieth Century Fox)

Die Story, die sich von der simplen Flucht- zu einer verbissenen Rachegeschichte entwickelt, die unterschiedlichen Figuren und ihre fantastischen Darsteller, die großartige Inszenierung von Iñárritu und seinem Kameramann Emmanuel Lubezki, der für seine Arbeit in „Gravity“ und „Birdman“ mit dem Oscar ausgezeichnet wurde und auch dieses Jahre wieder beste Chancen bei den Academy Awards haben dürfte, und der absolut überragende Score von Ryuichi Sakamoto, der auch schon Iñárritus „Babel“ orchestriert hat – all das verschmilzt bei „The Revenant“ zu einem überwältigenden cineastischen Gesamtkunstwerk. Mich jedenfalls hat der Film völlig umgehauen – es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn dieses brutale Abenteuermeisterwerk am Ende des Jahres nicht in meinen persönlichen Top5 landet.

Ein Meisterwerk – Punkt, aus!

Sensible Mägen (insbesondere von Pferdefreunden) seien allerdings gewarnt: Es gibt hier ein paar echt fiese Szenen zu überstehen. Als Belohnung gibt es ein filmisches Meisterwerk, das in seiner inhaltlichen Reduziertheit und emotionalen Wucht an die großen, harschen Westernklassiker der Filmgeschichte erinnert. Müßig zu sagen, dass DiCaprio auch hierfür wieder eine Oscarnominierung verdient hätte – allein die körperlichen Entbärungen (hihi) müssen der Wahnsinn gewesen sein.

Ich kann nur sagen: Geht da unbedingt rein!

Guckt aber erst mal den Trailer:

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Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Das kann ich wohl ganz okay, weil ich jahrelang als Redakteur für diverse Film-Magazine gearbeitet habe. Ein feuchtes Höschen bekomme ich bei den „The Raid“-Filmen und „Deadpool“, aber auch Melancholisches wie „Into The Wild“ oder „Only Lovers Left Alive“ und Dänenkomödien à la „Adams Äpfel“ erfreuen mein Herz. Musikalisch kann man mich z. B. mit Ghost, Kvelertak, Mantar und, klar, Maiden gefügig machen. Meine Website: benrocks.de! – oder checkt doch mal @Foitzinger auf Snapchat aus!

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