JUPITER ASCENDING - Bienen lügen nicht

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JUPITER ASCENDING – Bienen lügen nicht

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Ein Science-Fiction-Film von den Wachowski-Geschwistern. Das sind die mit „Matrix“ – is klar, ne? Aber natürlich doch. Wenn diese beiden Cracks ein Weltraum-Abenteuer vorlegen, dann ist das natürlich Pflicht für jeden Menschen mit Augen. Zumal in „Jupiter Ascending“ mit Channing Tatum und Mila Kunis zwei der leckersten Hollywood-Schauspieler dieses Millenniums die Hauptrollen spielen. Also – alles geil?

Ja, geht so. Leider scheitern die Wachowskis in ihrem „Sci-Fi-Epos“ daran, eine stringente Geschichte zu erzählen. Das, was sie in ihrem vorherigen Film „Cloud Atlas“ zu viel in die Handlung gepresst haben, hat „Jupiter Ascending“ zu wenig. Bombastische Weltraum-Action-Orgien allein machen noch keinen „Star Wars„.

Der Reihe nach: Erdenkind Jupiter Jones (Mila Kunis – „Ted„) ist durch die Mondstellung bei ihrer Geburt eine große Zukunft vorherbestimmt – doch erst mal schrubbt sie mit ihrer russischen Immigranten-Familie fremde Klos im feinen Chicago. Bis eines Tages ein paar Aliens auftauchen und sie eliminieren wollen. Die Rettung kommt in Form des Weltraum-Söldners Caine Wise (Channing Tatum – „21 & 22 Jump Street„), der den Auftrag hat, die hübsche junge Dame zu beschützen. Jupiters Geburtsmal und die Tatsache, dass Bienen total lieb zu ihr sind (vgl. Headline), deuten nämlich darauf hin, dass sie die Erbin einer mächtigen interstellaren Familiendynastie ist. Deren bisheriges Oberhaupt Balem (Eddie Redmayne, derzeit oscarnominiert für seine Stephen-Hawking-Personifizierung in „Die Entdeckung der Unendlichkeit“) ist von der Entdeckung natürlich wenig begeistert und will die unwissende Rivalin asap loswerden. Unterstützung gibts für Jupiter nicht nur von Caine, sondern auch vom auf die Erde verbannten Weltraumkrieger Stinger Apini – gespielt von Sean Bean („Game of Thrones„)

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Von der Kloputzerin zur Weltraum-Queen: Krasser Karriereboost für Jupiter Jones (© Warner Bros)

Kein Wunder, dass es derzeit ein schlechtes Review nach dem anderen für den angeblich 175 Millionen Dollar teuren Wachowski-Streifen setzt – schließlich mangelt es dem Film an jener außergewöhnlichen Vision, die ein Maßstabs-Werk wie „Matrix“ (eins!, Matrix 1!) seinerzeit so außergewöhnlich gemacht und das Regie-Geschwisterpaar nach ganz oben katapultiert hat. Da erwartet man mehr als ein wild zusammengeschustertes Weltraum-Computerspiel mit Reißbrett-Charakteren und Logiklöchern in Asteroidengröße. Gut – die Action kann schon was: Wenn Caine mit seinen Silver-Surfer-Schuhen durch die Luft pest oder mit einem Mini-Raumschiff einen ganzen Planeten zu Bruch semmelt, sieht das schon geil aus. Aber nur geil aussehen kann ja eigentlich nicht der Anspruch von Genre-Pionieren wie den Wachowskis sein.

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Geil ist geil? Weltraum-Optik à la Wachowski (© Warner Bros)

Zumal sie es echt fertigbringen, eine der fettesten Action-Szenen gleich zweimal in den Film zu integrieren und somit ad absurdum zu führen: Relativ kurz hintereinander rettet Caine die naive Jupiter gleich zweimal auf fast exakt gleiche Weise aus fast exakt der gleichen Situation – inhaltliche Vision sieht anders aus. Zumal das danach stattfindende Finale in puncto Bombast nichts mehr hinzuzufügen hat. In einer weiteren Szene nehmen die Regisseure dann plötzlich komplett das Tempo aus dem Film und fügen eine unpassende „Comic Relief“-Szene im Stile von Douglas Adams oder Terry Pratchett ein. Auch das funktioniert nicht wirklich. Da doch lieber gleich richtig mit „Guardians Of The Galaxy„.

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Schlecht drauf: Channing Tatum findet seine Spockohren-Aufsätze und die Bart-Farbe eher ungeil (© Warner Bros)

Ohne unken zu wollen: Mit „Jupiter Ascending“ könnten sich die Wachowskis ihr finanzielles Regie-Grab geschaufelt haben. Sowohl „Cloud Atlas“ als auch dessen Vorgänger „Speed Racer“ waren Kassenflops – und die 175 Millionen Budgetkosten muss der neuste Streich auch erst mal in Gewinn ummünzen. Immerhin haben sie den Streifen für die 12-jährige Teenie-Fraktion glattpoliert.

Doch das war z. B. bei „John Carter“ und „Green Lantern“ auch der Fall – und die gingen trotzdem so richtig am Boxoffice baden. Und das, obwohl immerhin „John Carter“ ein gar nicht mal so schlechter Film war, der seine Story konsequent erzählt und seinen eigenen Kosmos stringent definiert hat.

Jetzt aber mal Fazit: Wer auf galaktische (und schauspielerische) Schauwerte steht, kann sich „Jupiter Ascending“ ruhig geben – doch selbst die geile Optik erschöpft sich irgendwann in Repetition.

Der Trailer:

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