TRANSFORMERS – ÄRA DES UNTERGANGS jetzt im Kino

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Ab in die Schrottpresse: TRANSFORMERS – ÄRA DES UNTERGANGS startet im Kino

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Transformers 4

Endlich: mal wieder ein fetter Kinoblockbuster! Problem: Es handelt sich um den vierten Teil von Michael Bays Blechbüchsen-Crash-Orgie „Transformers„, der den Titel „Ära des Untergangs“ trägt und diesen auch verdient. Wenn das das Blockbusterkino von heute ist, dann ist das wirklich der Untergang – selten einen so absurden Film gesehen. Daher sage ich vorsichtshalber gleich: Wer auf die Franchise steht und sogar den zweiten und dritten Teil mochte (den ersten fand ich tatsächlich noch ziemlich gut), der soll bzw. darf hier gar nicht weiterlesen. IM ERNST!

Ey, ihr lest ja doch weiter!? Na gut, ich will aber später keine Beschwerden hören, dass ich den Film so schlecht gemacht hätte und deswegen doof bin. Andererseits hat das auch schon eine gewisse Tradition: Als ich es wagte, vor ein paar Jahren den 2. Teil in einem Filmmagazin zu kritisieren, gab es wütende Leserzuschriften, die meine Lebensberechtigung als Mensch in Frage stellten. So ein erfolgreicher Film kann doch nie und nimmer schlecht sein! Eine Argumentation, die ich bis heute nicht verstanden habe.

Geht es nach dem Kassenerfolg, dann könnte „Transformers: Ära des Untergangs“ tatsächlich der beste Film aller Zeiten werden: Schon jetzt hat der Streifen bei einem geschätzten Budget von 210 Millionen Dollar über 750 Millionen umgesetzt – und ist in einigen Ländern (wie dem unsrigen) noch nicht mal angelaufen. Vor allem in China geht der Film durch die Decke: Innerhalb von nur zwölf Tagen machte er 225 Millionen Dollar an den Kinokassen und löste somit „Avatar“ als erfolgreichster Kinofilm aller Zeiten (in China) ab. Was sicher auch daran liegt, dass Dollar-Maschine Bay einen Teil der Handlung nach China verlegte. Eins muss man dem Regisseur lassen: Wie man Kohle scheffelt, weiß er.

Optimus Prime hat auch schon bessere Zeiten gesehen (© Paramount)

Optimus Prime hat auch schon bessere Zeiten gesehen (© Paramount)

Zu eben jener Handlung bzw. „Handlung“: Eigentlich sind nach dem Ende des dritten Teils alle Transformers von der Erde verschwunden – die wenigen, die es noch gibt, halten sich gut versteckt. Doch gierige Geschäftemacher (ein Schelm, wer darin eine filmische Selbstreferenz sieht) experimentieren im Verborgenen mit Transformium, dem Metal, aus dem Autobots und Decepticons bestehen, herum, um eine eigene Transformers-Armee auf die Beine zu stellen.

Als der erfolglose Erfinder Cade Yeager (Mark Wahlberg, der unlängst auch in Bays hohler Action-Farce „Pain & Gain“ die Hauptrolle spielte), der mit seiner Tochter Tessa (Nicola Peltz aus „Bates Motel“) auf einer Farm lebt, die kurz vor der Pfändung steht, einen alten Truck entdeckt und repariert, staunt er nicht schlecht: Optimus Prime höchstselbst verbirgt sich hinter der rostigen Fassade! Sofort steht auch schon eine CIA-Elitetruppe, deren Aufgabe die Aufspürung und Ausmerzung der verbliebenen Transformers ist, auf seiner mit überdimensionaler Amerikafahne bestückten Veranda und fordert die Auslieferung des Autobots. Doch die Yeagers fliehen mit Optimus und kommen den fiesen Machenschaften der Kampfroboter-Schmiede KSI auf die Schliche, deren Chef sich mit dem interstellaren Transformers-Jäger Lockdown verbündet hat. Sie trommeln die letzten Autobots (darunter Bumblebee, ein Samurai- sowie Gimli-Bot und natürlich die Dinobots) zusammen und retten die Welt.

Eine (im Film) 17-jährige als Sexobjekt inszenieren: Geht's noch, Michael Bay?! (© Paramount)

Eine (im Film) 17-jährige als Sexobjekt inszenieren: Geht’s noch, Michael Bay?! (© Paramount)

Am schlimmsten wiegt bei Bays vierter Hasbro-Spielzeug-Verfilmung die Tatsache, dass sich der Regisseur inzwischen schon gar keine Mühe mehr gibt, eine stimmige Geschichte zu erzählen, sondern mehr denn je auf plumpe Krawall-Action setzt, deren Protagonisten sich völlig logikbefreit und willkürlich von einer Szene zur nächsten tanken. Weil er es inzwischen auch gar nicht mehr nötig hat – der Film wird ja sowieso wieder ein Kassenhit. Beim Auftakt der Franchise war das anders: Da hat es Bay noch einigermaßen geschafft, eine Story zu entwerfen und diese mit Action und einem gewissen Witz zu verschmelzen. Dass man mich nicht falsch versteht: Actionfilme können, dürfen und sollen auch gerne hohl sein, ich stehe ja selbst auf bombastische Blockbuster wie „The Amazing Spider-Man 2„, „Pacific Rim„, „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ oder „The Return Of The First Avenger“ – doch wenn einer es in knapp drei Studen nicht schafft, mehr als nur stumpfe Krawallkarambolagen (die zweifelsohne so effektgewaltig wie nie zuvor inszeniert sind) aneinander zu reihen, dann reicht mir das einfach nicht. Zumal die Franchise schon seit dem zweiten Teil daran krankt, dass man bei den Fights kaum noch auseinanderhalten kann, welcher Autobot denn jetzt gerade welchem Decepticon eins auf die Glocke gibt.

Absolut bedenklich ist zudem ein anderes Leitmotiv des Films: Der besorgte Vater Wahlberg regt sich furchtbar auf, als seine Tochter plötzlich ihren älteren Freund präsentiert, einen professionellen Racecar-Driver, und hält eine feurige Brandrede darüber, dass sie erst 17 Jahre alt sei und sich demnach im „offiziellen Teenager-Gefahrenalter“ befinde. Und was macht Bay? Zieht der wie eine billige Nutte geschminkten 17-jährigen eine Hotpants an und filmt in einer Tour von hinten durch ihre Beine. Da die Darstellerin beim Dreh schon 18 war, darf man das natürlich offiziell sexy finden – dadurch, dass Wahlbergs Figur so mahnend auf ihrer Minderjährigkeit und den damit verbundenen Einschränkungen herumreitet, ist es im Kontext des Films aber einfach nur inkonsequent und abstoßend. Was soll die Botschaft sein? Jungs sind tabu, aber deinen sexy Arsch darfst du ihnen gerne entgegenräkeln?

Man möchte sich die Brust zereißen (© Paramount)

Man möchte sich die Brust zereißen (© Paramount)

Ich reg‘ mich schon wieder auf, zumal der Film erneut nur so vor Amerika-Flaggen und Product Placement überquillt: Von Red Bull über Samsung bis hin zu Victoria’s Secret ist hier alles mit dabei, was noch zusätzliche Kohle bringt. Eigentlich ist das Ganze schon kein Film mehr, sondern ein gigantisches Werbevideo für Hasbro und andere darin ausgestellte Produkte. Und für die stolze, heldenhafte USA natürlich.

Immerhin: Der Score von „Transformers: Ära des Untergangs“ ist mal wieder gut gelungen und enthält u. a. Mucke von Skrillex und Imagine Dragons. Die Single „Until It’s Gone“ von den kalifornischen Rock-Überfliegern Linkin Park ist zudem im Videospiel-Score enthalten.

Beinharte „Transformers„-Fans wird es natürlich nicht stören, dass der Film eine hohle Actionfassade ist – sie werden trotzdem ihren Spaß im Kino haben. Wer aber kein Ultra-Fan der Franchise ist, sollte sich das Eintrittsgeld lieber sparen und den Kinobesuch um eine Woche verschieben: Dann kommt mit „The Raid 2“ nämlich einer der besten Actionfilme überhaupt ins Kino. Das ausführliche Review lest ihr die Tage hier im Blog.

Hier trotzdem noch mal der Trailer zum vierten „Transformers“:

Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Das kann ich wohl ganz okay, weil ich jahrelang als Redakteur für diverse Film-Magazine gearbeitet habe. Ein feuchtes Höschen bekomme ich bei den „The Raid“-Filmen und „Deadpool“, aber auch Melancholisches wie „Into The Wild“ oder „Only Lovers Left Alive“ und Dänenkomödien à la „Adams Äpfel“ erfreuen mein Herz. Musikalisch kann man mich z. B. mit Ghost, Kvelertak, Mantar und, klar, Maiden gefügig machen. Meine Website: benrocks.de! – oder checkt doch mal @Foitzinger auf Snapchat aus!

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