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Es leben die Antihelden: Mit „Venom“ tauchte 2018 ein Marvel-Held auf der Bildfläche auf, der gar nicht so super war wie die vielen anderen Strahlemänner bisher. Klar, die „Avengers“ hatten immer mal wieder mit Stimmungsschwankungen und Identitätsproblemen zu tun, doch so heftig wie bei diesem Kerl war das nie. Noch nicht mal bei „Deadpool“. Es ist diese innere Zerrissenheit zwischen Empathie und Blutdurst, zwischen Mensch und Monster, die ein Hybridwesen wie Venom so interessant macht, und die auch die Handlung des zweiten Teils bestimmen, bei der man sich imemr wieder fragt „darf der das?“. Immerhin: Eddies Venom konzentriert seine bestialischen Gelüste auf die Bösewichter. Wie zum Beispiel den Serienmörder Cletus Kasady (Woody Harrelson), der aus irgendeinem Grund nur mit Eddie über seine Morde sprechen möchte.
Gollum kennt sich aus
Als Kasady hingerichtet wird, stellt sich heraus, dass auch er von einem Symbionten befallen ist und ähnliche Superkräfte wie Venom entwickelt hat. Er wird zu Carnage und richtet ein Blutbad nach dem anderen an. Um ihm beizukommen, muss sich Eddie mit der mysteriösen Frances Barrison alias Shriek verbünden. Unter der Regie von Andy Serkis, der sich mit dem Thema Mensch und Monster seit „Der Herr der Ringe“ bestens auskennt, ist hier ein weiterer erstklassiger Antisuperheldenkracher entstanden, der bisweilen zwar noch ein bisschen alberner ist als sein Vorgänger, zugleich aber auch ordentlich Gemetzel liefert. Wie sich das für einen Film mit „Carnage“ im Titel eben gehört! Bevor ihr euch jetzt den Trailer reinzieht und gleich danach ins Kino stürmt, noch ein Hinweis: Unser „Venom“-Weihnachtspullover sieht echt klasse aus! Und das restliche Merch natürlich ebenso.