Musikerdrama WHIPLASH: trommeln bis das Blut spritzt!

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WHIPLASH: trommeln bis das Blut spritzt. Was für ein famoses Musikerdrama!

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So, jetzt mal alle in Deckung: Hier kommt einer der besten und intensivsten Filme des Jahres. I mean it! Damien Chazelles „Whiplash“ ist ein überwältigendes Musikerdrama über einen jungen Drummer, der an einem renommierten New Yorker Konservatorium von seinem obsessiven Lehrer mit fragwürdigen Methoden zu Höchstleistungen angespornt wird. Klingt zunächst mal nicht nach Hochspannung, wird euch aber im Fünfvierteltakt jedwede Zweifel aus dem Gehirn dreschen.

Fünf Oscarnominierungen können nicht irren

Whiplash“ kommt mit ordentlich Vorschusslorbeeren daher: Der Streifen war dieses Jahr in fünf Kategorien für den Oscar nominiert – gewinnen konnte er für den besten Ton, den besten Schnitt und den besten Nebendarsteller (JK Simmons aus „Dark Skies – Sie sind unter uns“ und „OZ – Hölle hinter Gittern“ bzw. demnächst auch in „Terminator: Genisys“ zu sehen) – nominiert war er fürs beste adaptierte Drehbuch und – o-ho! – als bester Film. Wird ein Film dermaßen abgehailt, nehme ich persönlich oft instinktiv eine Art Abwehrschutzhaltung ein, um dann nicht doch enttäuscht zu werden. In diesem Fall eine völlig unbegründete Sorge.

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Trommeltalent Andrew ist gut. Aber hat er auch das Zeug, zur Legende zu werden? (© Sony)

Gerade erst hat der 19-jährige Andrew (Miles Teller, bekannt aus „Two Night Stand“ oder den „Die Bestimmung„-Filmen) am Shaffer Conservatory of Music angefangen, da erregt er auch schon die Aufmerksamkeit des begnadeten wie gefürchteten Terence Fletcher, der die Studioband der Musikhochschule leitet und immer auf der Suche nach dem neuen Jahrhunderttalent ist.

Als Andrew zum ersten Mal der Bandprobe beiwohnen darf, muss er jedoch feststellen, dass Fletcher die Studenten der Jazz-Band mit äußerster Brutalität behandelt – psychisch wie physisch. Jeder Army-Drillsergeant kann sich bei dieser Furie noch etwas abschauen. Als Andrew bei einem Musikwettbewerb für den ersten Trommler einspringt, weil er das schwere Hank-Levy-Stück „Whiplash“ auswendig spielen kann, steigt er sogar zur Erstbesetzung am Drumkit auf und schwebt auf Wolke sieben.

Doch mit Selbstbewusstsein und Genügsamkeit ist noch niemand ganz nach oben gekommen: Schon bald reißt Fletcher dem hoffnungsvollen Schlagzeuger wieder den Boden unter den Füßen weg und erniedrigt ihn mit allen Mitteln. Die meisten würden jetzt aufgeben – doch Andrew übt so lange weiter, bis das Blut aus seinen aufplatzenden Händen das komplette Schlagzeug zugesaut hat.

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Achtung, lieber Drummer – dieser Mann wird gleich einen Stuhl nach dir schmeißen! (© Sony)

Trommel um dein Leben!

Um über sich selbst hinauszuwachsen und Großes zu bewirken, muss man weit über seine eigene Schmerzgrenze hinausgehen und darf nie zufrieden sein. So weit, so gut. Doch wie weit darf man als Dozent gehen, um die letzten paar Prozent zum Musikgenie aus seinen Schützlingen rauszukitzeln? Heiligt der Zweck die Mittel? Oder ist Fletcher einfach nur ein gestörter Sadist? „Whiplash“ ist ein Film gewordener Peitschenschlag, der nicht nur mit seiner mitreißenden Story, sondern auch mit der edlen Inszenierung punkten kann. Allein der Opening Shot, bei dem die Kamera langsam durch einen düsteren Korridor auf den trommelnden Andrew zugleitet, ist famos.

Der junge Miles Teller liefert eine starke Performance ab, die jedoch der alte Hase JK Simmons noch toppen kann: Mit welcher Intensität er den zähnefletschenden Bandleader spielt, den seine Musiker wie einen Tyrannen fürchten, ist einfach überragend – kein Wunder, dass er bei der Oscarverleihung hochkarätige Konkurrenz wie Robert Duvall („Der Richter„), Ethan Hawke („Boyhood“), Edward Norton („Birdman“) und Mark Ruffalo („Foxcatcher“) hinter sich gelassen hat.

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Ja, was jetzt, Andrew? Freundin oder Drums? Du musst dich schon für ein Becken entscheiden! (© Sony)

Das Fazit

Ein grandioser Film über die Besessenheit eines jungen Musikers, etwas Außergewöhnliches zu erreichen – und die minder obsessive Methodik seines Lehrers, dieses aus ihm herauszupressen. Ich bin froh, dass ich ihn gesehen habe.

Der Gewinn

Ihr habt auch Böcke drauf? Dann solltet ihr ihn euch bestellen. Oder ihr fordert Fortuna heraus und macht bei unserem Gewinnspiel mit – wir verlosen 2-mal die Blu-ray und einmal die DVD von „Whiplash“!

Schickt bis zum 06.07.2015, mit dem Betreff: Whiplash, eine Email an: blog@emp.de. Sagt uns bitte, ob ihr gerne eine der Blu-rays oder die DVD gewinnen möchtet und vergesst nicht eure komplette Adresse anzugeben. Wir benachrichtigen die Gewinner am 07.07.2015 per Email und veröffentlichen sie hier.

Viel Glück!

Die Gewinner

Steffen M. aus Berlin – 1x Whiplash auf Blu-ray
Patricia M. aus Leipzig – 1x Whiplash auf Blu-ray
Marcel S. aus Münster – 1x Whiplash auf DVD

Der Trailer

Das Cover

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Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Davor habe ich jahrelang als Redakteur für diverse Filmmagazine gearbeitet sowie für einschlägige Metalmedien geschrieben und fotografiert. Lieblingsfilme? Zu viele. Unter anderem aber die „The Raid“-Filme, „Into The Wild“ und „Adams Äpfel“. Lieblingsserien? "Breaking Bad", "Better Call Saul", "Game Of Thrones", "Mad Men" und und und. Musikalisch kann man mich - wenn man wollte - mit Bands wie Ghost, Kvelertak, Mantar, Parkway Drive und, klar, Maiden gefügig machen. Besucht mich doch mal bei Instagram, wo ich meine Livebilder aus dem Metal- und Rock-Game zur Schau stelle: @67rocks.

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