Ziemlich guter Sci-Fi-Blockbuster mit Tom Cruise: EDGE OF TOMORROW

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Schon wieder ein starker Science-Fiction-Blockbuster mit Tom Cruise: EDGE OF TOMORROW

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Edge of Tomorrow

Du kannst sagen, was du willst: Regisseur Doug Liman („Die Bourne Identität“, „Mr. & Mrs. Smith“) hat es drauf. Und du kannst immer noch sagen, was du immer noch willst: Tom Cruise irgendwie auch – trotz all der negativen Aura, die das Hollywood-Schwergewicht umgibt. Ob Actioner wie „Mission Impossible: Phantom Protocoll“, Science-Fiction à la „Oblivion“ oder Thriller der Marke „Jack Reacher“ – der mittlerweile auch schon über 50-Jährige macht (heute mehr denn je) einfach gute und erfolgreiche Filme. Selbst als exaltierter Rocker im (ansonsten eher kläglichen) „Rock Of Ages“ gab er eine gute Figur ab. Nun kommt mit „Edge Of Tomorrow“ sein nächster Sci-Fi-Actioner ins Kino – hält die Serie?

Absolut, um das gleich mal vorwegzunehmen. Ich bin wirklich kein Cruise-Fan, aber eins muss man dem Hollywood-Scientologen lassen: Die meisten seiner Filme haben Hand und Fuß. So auch „Edge Of Tomorrow“, in dem er einen unerfahrenen Soldaten spielt, der bei der alles entscheidenden Schlacht gegen die Alieninvasion der Erde seinen Mann stehen muss.

Ja, dann mach einfach mal, Tom! (Edge Of Tomorrow © Warner)

Ja, dann mach einfach mal, Tom! (Edge Of Tomorrow © Warner)

Eigentlich ist Leutnant Bill Cage gar kein wirklicher Soldat – bis vor kurzem noch hat er eine erfolgreiche Werbeagentur geleitet. Als jedoch die Invasion der außerirdischen Mimics beginnt, stellt das Militär den gewieften Überzeuger ein, damit er mit seiner Redegewandtheit ordentlich Soldaten rekrutiert. Am Vorabend der alles entscheiden Schlacht an den Gestaden Frankreichs (der D-Day lässt grüßen) erhält Cage von seinem Boss (Brendan Gleeson – freut ihr euch auch schon auf die Jubiläums-Collection von „Braveheart„->LINK?!) in London den Befehl, die Truppen in den Kampf zu führen. Der angsthasige Motivationsexperte versucht noch sich rauszuwinden, wacht aber trotzdem plötzlich in Handschellen auf dem Militärhangar der in Kürze aufbrechenden Truppen in Großbritannien auf. Und eh er sich versieht, steckt er in einem Exoskelett und wird mit dem Rest der Truppe aus einem Bomber auf die Küste Nordfrankreichs abgeworfen, wo bereits ein großes Massaker tobt. Die Mimics haben Wind bekommen von der letzten Kräftebündelung der Menschen und schlachten die Soldaten wie Spielzeug ab.

Ein paar Minuten hält Cage durch, doch als er einem besonders garstigen Viech in die Quere kommt, segnet er, von Aliensäure verätzt, das Zeitliche. Und erwacht plötzlich wieder in Handschellen auf dem Flugzeughangar. Aus irgendeinem mysteriösen Grund ist ausgerechnet der Schmalspursoldat Cage in einer Murmeltier-Zeitschleife gelandet: Jedes Mal, wenn er stirbt, wacht er sofort wieder auf dem Hangar auf. Bei seinen Versuchen, einen tieferen Sinn dahinter zu finden, stößt er auf die hochdekorierte Elite-Soldatin Rita Vrataski (Emily Blunt), der etwas Ähnliches widerfahren ist. Gemeinsam versuchen sie, die drohende Vernichtung der Menschheit doch noch abzuwenden.

Emily macht sie alle platt! (Edge Of Tomorrow © Warner)

Emily macht sie alle platt! (Edge Of Tomorrow © Warner)

Zeitreisefilme sind eine trickreiche Angelegenheit, wie im Kino derzeit gerade das Marvel-Abenteuer „X-Men – Zukunft ist Vergangenheit“ (hier gibt’s unser Review) beweist. Und natürlich ereilt auch „Edge Of Tomorrow“ ein ums andere Mal das bekannte Logiklochproblem. Doch selten war einem das so egal wie hier: Vor allem im Vergleich zu jüngeren Sci-Fi-Blockbuster-Flops der Marke „Ender’s Game“ ist Limans etwa 180 Millionen Dollar schweres Spektakel ein richtig guter Film geworden, dem man kleinere Fehler gerne nachsieht.

Vor allem am Anfang im wilden Schlachtengetümmel mit den Aliens, das in seinem Chaos auch ein wenig an den Kult-Trash „Starship Troopers“ erinnert, spielt der effekttechnisch in der allerhöchsten Liga rangierende „Edge Of Tomorrow“ seine optischen Stärken aus: Wenn Cruise alias Cage durch die Schützengräben stolpert und über ihn die pure Hölle hereinbricht, fällt einem schon mal Kinnlade runter – das sieht absolut bombastisch aus!

Zwar verliert der Film im letzten Drittel ein wenig seinen guten Action-Flow, doch da ist man längst dermaßen in die Handlung involviert, dass dies nicht so schlimm ins Gewicht fällt. Klar, die Alieninvasion- und „Typ erlebt die gleiche Situation immer und immer wieder“-Thematik ist letztlich weder neu noch innovativ, doch in einer Zeit, in der gute Science-Fiction(-Action) rar geworden ist (außer „Elysium„, „Star Trek: Into Darkness“ und mit Abstrichen „Oblivion“ fällt mir in jüngerer Zeit nicht viel ein), ist ein inhaltlich solider und handwerklich imposanter Film schon mal viel Wert.

3...2...1...tot. (Edge Of Tomorrow © Warner)

3…2…1…tot. (Edge Of Tomorrow © Warner)

Wollen wir gar nicht lang weiterlabern: „Edge Of Tomorrow“ ist ein guter Science-Fiction-Kracher, der auf der großen Leinwand ziemlich imposant den Style kickt (wie man bei Smoke Blow sagt) und sogar noch ein bisschen besser hätte sein können, wenn er genau eine Minute kürzer gewesen wäre. In dieser Minute überstrapaziert er die Logiksynapsen dann doch etwas zu arg, aber wollen wir mal nicht so sein – die 112 davor waren schließlich äußerst mitreißend und unterhaltsam.

Hier der Trailer:

Edge of Tomorrow - Plakat

Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Das kann ich wohl ganz okay, weil ich jahrelang als Redakteur für diverse Film-Magazine gearbeitet habe. Ein feuchtes Höschen bekomme ich bei den „The Raid“-Filmen und „Deadpool“, aber auch Melancholisches wie „Into The Wild“ oder „Only Lovers Left Alive“ und Dänenkomödien à la „Adams Äpfel“ erfreuen mein Herz. Musikalisch kann man mich z. B. mit Ghost, Kvelertak, Mantar und, klar, Maiden gefügig machen. Meine Website: benrocks.de! – oder checkt doch mal @Foitzinger auf Snapchat aus!

Ein Kommentar

  1. Pingback: Tom Cruise stirbt, stirbt und stirbt in EDGE OF TOMORROW

  2. Nice read, I just passed this onto a colleague who was doing a little research on that. And he actually bought me lunch as I found it for him smile Therefore let me rephrase that: Thanks for lunch! „Remember It is 10 times harder to command the ear than to catch the eye.“ by Duncan Maxwell Anderson.

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