Sarah Wayne Callies aka Lori aus THE WALKING DEAD im Interview

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Sarah Wayne Callies aka Lori aus THE WALKING DEAD im Interview

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Sarah Wayne Callies - The Walking Dead

Liebe Zombies und Zombienen, es ist wieder soweit: Unser aller Lieblingsserie (hat da jemand widersprochen? WER WAR DAS?!) „The Walking Dead“ geht in eine neue Runde! Seit kurzem ist die dritte Staffel der Verfilmung von Robert Kirkmans Jetztschonkult-Comic-Reihe erhältlich und transportiert das wandelnde Untotengesocks nun (vor allem auf Blu-ray) gräulich scharf in eure Wohnzimmer. Neulich sprachen wir ja schon mit Schöpfer Kirkman höchstselbst (Wer’s verpasst hat: hier!), nun widmen wir uns mit Sarah Wayne Callies jemandem aus dem schauspielenden Lager. In der Rolle von Gang-Leader Ricks Frau Lori musste sie einige schwierige Entscheidungen treffen und findet sich nun am Anfang der dritten Staffel mit einem dicken Bauch mitten in der Zombieapokalypse wieder. Aber lest doch einfach selbst, was die nette Dame uns zu sagen hatte:

(Spoiler-Info: Wer die ersten beiden Staffeln kennt, hat nichts zu befürchten. Wer sie nicht kennt, sollte das hier nicht lesen und sie stattdessen kennen lernen!)

„Ich hatte ständig Albträume beim Dreh.“

Sarah, kürzlich ist die 3. Staffel von „The Walking Dead” fürs Heimkino erschienen. Erzähl doch bitte kurz, wie sich die Staffel entwickelt und inwieweit sie sich von der zweiten oder gar der ersten unterscheidet.

Ich denke, in der dritten Staffel geht es viel mehr um die Bedrohung der Menschen untereinander. Die erste Season handelte davon, wie eine kleine Gruppe von Menschen herauszufinden versucht, was passiert ist. Und am Ende von Season 1 haben sie eine gute Vorstellung davon, wie ihre neue Welt aussieht. In Season 2 ging es dann darum, sich daran anzupassen und Widerstand zu leisten. In Season 3 hingegen haben sie nun nicht mehr so viel Angst vor den Walkern wie vorher und versuchen, ganz bewusste Pläne zu schmieden. Doch sie treffen auf eine andere Gruppe von Überlebenden, die einen ganz anderen Weg eingeschlagen und andere Entscheidungen als Rick und seine Gang getroffen haben. Vieles handelt nun von diesen Entscheidungen in Bezug auf Menschlichkeit und menschliche Rechte, an die Rick und seine Leute glauben und die mit denen der anderen Gruppe kollidieren. Nun werden die Kosten und die Erträge von Ricks Führung deutlich.

Es gibt Menschen, die die erste Staffel richtig gut und die zweite dann weniger gut fanden, offensichtlich weil sich die Handlung größtenteils auf die Farm reduzierte. Siehst du das auch so?

Ich denke, man braucht eine Staffel wie Season 2, in der man alles ein wenig langsamer angeht, die Charaktere ein bisschen besser kennen lernt und ein Gefühl dafür bekommt, wer diese Leute sind und warum sie sich verändern. Ansonsten würde eine Bedrohung – ob durch Zombies oder andere Menschen – einfach nichts bedeuten. Wenn wir nicht wissen, wer diese Leute sind, interessieren wir uns nicht so sehr für sie. Von daher fand ich vor allem die erste Hälfte der zweiten Season wirklich bemerkenswert, obwohl Season 1 vermutlich immer mein Favorit sein wird – es war in gewisser Hinsicht eine absolut reine Erfahrung für alle, die daran gearbeitet haben. Damit meine ich, dass keiner von uns allen wusste, ob es Erfolg haben oder irgend jemandem irgendetwas bedeuten würde. Wir gaben einfach nur unser Bestes und gingen so viele Risiken wie möglich ein. Es herrschte ein ganz besonderes Gefühl der Kameradschaft und des Vertrauens zueinander. Dieses Gefühl gibt es natürlich heute immer noch am Set, doch es ist mit dem Wissen vermischt, dass die Show ziemlich gut läuft. Und das verändert die Dinge, auch wenn man es vielleicht gar nicht will. Für mich wird Season 1, in der wir alle zum ersten Mal aufeinandertrafen und uns auf ein großes Risiko einließen, ohne zu wissen, ob es funktionieren würde, immer etwas ganz Besonderes bleiben. Als wir uns dann alle nach Drehende voneinander verabschiedeten, wussten wir nicht, ob wir je wieder zusammenarbeiten würden, weil die Serie natürlich noch nicht ausgestrahlt wurde. Wir hatten keine Ahnung, was passieren würde.

Lori und Sohnemann am Anfang der Serie (The Walking Dead © WVG Medien)

Lori und Sohnemann am Anfang der Serie (The Walking Dead © WVG Medien)

Was hat dich an der Rolle von Lori gereizt?

Ihre Komplexität. Ich kam gerade von „Prison Break“, wo ich eine Figur gespielt hatte, die eine wunderbare Frau und so gut und rein war. Lori hingegen war ein Charakter, der von Anfang an ziemlich komplex war: In den ersten beiden Episoden sieht man sie als Mutter, als Ehefrau, als Trauernde und als Frau mit einem Lover. Das sind vier Eigenschaften, die man so gut wie nie in ein und demselben Charakter findet. Mutterschaft wird oft massiv entsexualisiert: Mütter sind entweder großartige Mütter, die Engel sind, oder fürchterliche Mütter, die Dämonen sind. Und Lori war eine Frau, die hervorragende Entscheidungen für ihren Sohn getroffen, aber auch große Fehler gemacht hat. Ich fand es toll, dass all diese verschiedenen Dinge in ihr schlummerten.

Einer der brillanten Aspekte der Bücher und der Show ist, dass sie sich offensichtlich um die lebenden Toten, aber auch um Charaktereigenschaften und Ethik von Menschen drehen. Im Prinzip ist das alles ein Charakterdrama mit saftigen Splatter-Effekten – ähnlich wie „Game Of Thrones“ (auch) ein Politdrama im Fantasy-Gewand ist. Stimmst du zu?

Das tue ich. Klar, es ist eine Zombie-Show, weil Zombies darin vorkommen und die Leute gerne Stempel verteilen. Andy Lincoln (der Darsteller von Rick) nennt „The Walking Dead“ immer ein „Familiendrama, das in der Hölle spielt“, was meiner Meinung nach eine interessante Art ist, darüber zu denken. Ich glaube, die Show funktioniert deswegen so gut, weil sie von Menschen handelt. Es geht darum, wie wir uns selbst und andere sowohl mit unserem Heldenmut als auch mit unserer Verderbtheit überraschen, wenn wir in Extremsituationen geraten. Das ist ziemlich interessant zu beobachten.

Schwanger in der Zombieapokalypse - na Prost Mahlzeit! (The Walking Dead 3 © WVG Medien)

Schwanger in der Zombieapokalypse – na Prost Mahlzeit! (The Walking Dead 3 © WVG Medien)

Hast du vor „The Walking Dead“ gerne Zombiefilme geguckt?
Ganz ehrlich: Ich habe nie einen gesehen. Ich mag Horrorfilme überhaupt nicht. Ich mag nicht gerne erschreckt werden. Und diese Show erschrickt mich zu Tode (lacht). Nach Season 1 habe ich versucht, „Zombieland“ zu gucken, weil mir die Leute plötzlich alle möglichen Zombiefragen gestellt haben und ich keine davon beantworten konnte. Doch ich habe ihn nicht zu Ende geguckt, weil er mich so verängstigt hat – und das ist eine Komödie! Ich bin also leider nicht wirklich für das Zombiegenre gemacht (lacht).

Hattest du beim oder nach dem Dreh Albträume?

In einer Tour. Einige waren wirklich fürchterlich. In der dritten Season war ein wenig besser als in den ersten beiden, als ich sie etwa zwei oder drei Mal in der Woche hatte. Wenn sie wirklich schlimm waren, habe ich im Schreiberraum angerufen und gesagt „Oh mein Gott, das war so furchteinflößend, das solltet ihr benutzen!“ Sie waren dann sehr geduldig mit mir und haben mir vorgeschlagen, dass ich das Schreiben lieber den Profis überlassen sollte (lacht).

Würdest du sagen, dass „The Walking Dead“ so etwas wie ein Revival der Zombies im Kino und Fernsehen eingeläutet hat?

Nun, ich denke, damit würden wir uns selbst ein bisschen zu wichtig nehmen. Es gab schon vor uns extrem erfolgreiche Zombiefilme – ob nun „Zombieland“, „Shaun Of The Dead“ oder „28 Days Later“. Ich denke, diese Filme haben eher uns den Weg geebnet. Vielleicht haben wir den Zombies im Fernsehen den Weg freigemacht (lacht). Ich weiß nicht, ob es das im TV schon einmal gegeben hat. Aber auch das Buch „World War Z“ kam vor uns und hatte einen großen Anteil daran, die Zombiekultur in den Mainstream zu bringen. Wir sind zwar ein Teil davon, doch es wäre sicher unfair von uns, den Ruhm einzuheimsen, wenn es so viele andere großartige Künstler und Filme und Bücher gibt, die vor uns kamen.

Loris taffe Boys (The Walking Dead 3 © WVG Medien)

Loris taffe Boys (The Walking Dead 3 © WVG Medien)

Stichwort „World War Z“: Der war ja etwas handzahm.

Den Film habe ich nicht gesehen…

Natürlich nicht.

… aber das Buch fand ich klasse. Ist der Film weniger blutig?

Es gibt so gut wie kein Blut darin. Aber das zeigt ja auch die Brillanz von „The Walking Dead”: Eure Masken, das Make-up und das ganze Zeug sind großartig.

Die sind wirklich Weltklasse. Greg Nicotero und sein Team sind Künstler. Es ist fantastisch, Teil einer Show zu sein, die ihre Arbeit so hervorragend zur Schau stellt. In jeder Staffel sind sie wie kleine begeisterte Jungen, die versuchen, sich selbst zu übertreffen. Ich denke, ohne die Detailverliebtheit und die Genialität ihrer Effekte würde unsere Show einen Großteil ihrer Glaubwürdigkeit verlieren.

Danke Sarah, das war’s. Und jetzt: Lasst die wandelnden Toten aus dem Anger!

The Walking Dead 3“ ist nun endlich fürs Heimkino erhältlich und schaut so aus:

The Walking Dead Season 3 Cover

Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Davor habe ich jahrelang als Redakteur für diverse Filmmagazine gearbeitet sowie für einschlägige Metalmedien geschrieben und fotografiert. Lieblingsfilme? Zu viele. Unter anderem aber die „The Raid“-Filme, „Into The Wild“ und „Adams Äpfel“. Lieblingsserien? "Breaking Bad", "Better Call Saul", "Game Of Thrones", "Mad Men" und und und. Musikalisch kann man mich - wenn man wollte - mit Bands wie Ghost, Kvelertak, Mantar, Parkway Drive und, klar, Maiden gefügig machen. Besucht mich doch mal bei Instagram, wo ich meine Livebilder aus dem Metal- und Rock-Game zur Schau stelle: @67rocks.

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