Die Westernparodie A MILLION WAYS TO DIE IN THE WEST

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A Million Ways To Die In The West

A MILLION WAYS TO DIE IN THE WEST: Seth MacFarlanes durchgeknallte Westernparodie

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A Million Ways To Die In The West

Mit „Ted“ hat „Family Guy“-Erschaffer Seth MacFarlane 2012 ein starkes Regiedebüt abgeliefert, das zudem unglaublich erfolgreich war: Bei einem Budget von 50 Millionen Dollar hat die schräge Buddy-Comedy 550 wieder eingespielt. Nicht mal der erste „Hangover“ hat das geschafft. Kurioserweise war sein Zweitwerk „A Million Ways To Die In The West“ dieses Jahr trotz eines illustren Staraufgebots nicht annähernd so erfolgreich. In Zahlen: 40 Mille Budget, 86 wieder eingespielt – Westernkomödien kommen traditionell einfach nicht gut an beim Kinopublikum. Die Zeiten von Bud Spencer und Terence Hill sind leider vorbei.

Ist schon komisch, das mit dem kollektiven Geschmack – schließlich fackelt MacFarlane in „A Million Ways To Die In The West“ eine wahre Gagparade ab, der genau der gleiche Humor zugrunde liegt wie bei „Ted“. Vielleicht hätte er die Hauptrolle nicht sich selbst, sondern jemand anders spielen lassen sollen. Einen zugkräftigen Star wie seinerzeit Mark Wahlberg zum Beispiel. Aber was soll’s, den sehen wir ja 2015 in „Ted 2“ wieder.

Nun zu „A Million Ways To Die In The West“. MacFarlane spielt den tölpeligen Schaf-Farmer Albert Stark, der in einem staubigen Wüstenort im Arizona des Jahres 1882 einen harten Brocken zu schlucken hat: Seine Perle Louise (Amanda Seyfried) gibt ihm den Laufpass, weil er in ihren (wunderbar großen Reh-)Augen ein ziemlicher Versager ist, der noch nicht mal seine paar Schafe im Griff hat.

A Million Ways To Die In The West

Gleich und gleich gesellt sich gern (© Universal)

Obendrein schmeißt sie sich auch schon dem nächsten Kerl an den Hals: dem erfolgreichen Schnurrbartpflegemittelverkäufer Foy (Neil Patrick Harris aus „How I Met Your Mother„), den Albert in einem unbedachten Moment zum Duell herausfordert. Nun hat er ein Problem am Hals, schließlich schießt er wie ein altes Waschweib. Zum Glück macht gerade die Gangsterbraut Anna (Charlize Theron) in der Stadt Station, um dort auf ihren Gatten, den Revolverhelden Clinch Leatherwood (Liam Neeson, „Taken 2„, „Non-Stop„) zu warten. Undercover, versteht sich. Aus irgendeinem Grund hat die taffe Braut ein Faible für den unbeholfenen Albert und bringt ihm das Schießen bei. Doch High Noon rückt unaufhaltsam näher.

A Million Ways To Die In The West

Bei dem Typen ist Hopfen und Malz verloren (© Universal)

Ich gebe zu, dass ich mich manchmal gefragt habe, ob MacFarlanes Comedy ihren derben Humor überhaupt braucht: Wenn Albert sich in seiner Schafherde versteckt und man einen Schafpenis ausfahren sieht, der ihm natürlich ins Gesicht strullt… echt jetz? Pipihumor? Für mich hätte „A Million Ways To Die In The West“ auch ohne funktioniert, aber gut, wer’s witzig findet.

Auch verliert sein Film irgendwann den eigenen Faden: Albert hasst den Wilden Westen wie die Pest, da der grausam und beschwerlich ist und der Tod dort hinter jeder Ecke lauert – wie der Titel ja schon andeutet. In den Teasern und Trailern hat der Film den Anschein erweckt, als ginge es hier äußerst blutig und splatterig zu, doch wirklich viele spektakuläre Tode gibt es nicht, und wenn dann sind sie eher als Beiwerk in die ohnehin ziemlich stückhafte Handlung eingewoben. Ich kann also durchaus nachvollziehen, warum der Film beim Kinopublikum und der Kritik nicht so gut ankam wie sein Vorgänger. Ich fand „Ted“ auch besser, weil er seine Story einfach viel konsequenter erzählt hat.

A Million Ways To Die In The West

Charlize Theron säuft sie alle unter den Tisch (© Universal)

Doch man muss auch klar sagen: Selbst wenn nicht alle Gags von „A Million Ways To Die In The West“ zünden, bleiben doch noch genug übrig, die einem die Tränen in die Augen treiben. Allein Giovanni Ribisis Rolle des schüchternen Edward, der seine bibeltreue Freundin Ruth (eine viel beschäftigte Hure) endlich ins Bett kriegen will, ist köstlich. Oder die zahlreichen Cameos von z.B. Christopher Lloyd als Doc Brown, Ryan Gosling als Saloon-Opfer oder Jamie Foxx als „Django“, die diese durchgeknallte Westernparodie noch ein Stückchen verrückter machen. Mit diesem Cast hätte man aber irgendwie ein bisschen mehr drauf machen können, ja, müssen.

Wer auf den bekannten MacFarlane-Humor schwört, kann hier aber eigentlich nichts falsch machen.

Der Trailer:

A Million Ways To Die In The West

Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Das kann ich wohl ganz okay, weil ich jahrelang als Redakteur für diverse Film-Magazine gearbeitet habe. Ein feuchtes Höschen bekomme ich bei den „The Raid“-Filmen und „Deadpool“, aber auch Melancholisches wie „Into The Wild“ oder „Only Lovers Left Alive“ und Dänenkomödien à la „Adams Äpfel“ erfreuen mein Herz. Musikalisch kann man mich z. B. mit Ghost, Kvelertak, Mantar und, klar, Maiden gefügig machen. Meine Website: benrocks.de! – oder checkt doch mal @Foitzinger auf Snapchat aus!

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