ERBARMEN - Ein weiterer Klasse-Thriller aus Skandinavien

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ERBARMEN: Ein weiterer Klasse-Thriller aus Skandinavien

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Keine Frage: Skandinavische Kriminalromane sind spätestens seit Henning Mankells Wallander eine Klasse für sich. Ob Stieg Larssons „Millennium-Trilogie“, Jo Nesbøs „Harry Hole“-Reihe oder Jussi Adler-Olsens Romane über Ermittler Carl Mørck – das alles ist Hochspannung pur und somit prädestiniert für eine Verfilmung. Voilà: Mit „Erbarmen“ erscheint nun die erste Adler-Olsen-Adaption im Heimkino.

Ich persönlich finde skandinavische Krimikost wesentlich spannender und authentischer als den immergleichen US-amerikanischen CSI/CIS-Serien-Overkill. Die Wallander-Verfilmungen gehören für mich zum Wochenend-Pflichtprogramm, die „Millennium-Trilogie“ (und auch Finchers „Verblendung“) waren klasse, ebenso wie die Nesbø-Adaption „Headhunter“ (mit „Game Of Thrones„-Star Nikolaj Coster-Waldau) und… ja, und auch „Erbarmen“!

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Von der Mordkommission in den Keller strafversetzt: Mørck könnte kotzen (© Warner)

Wie so oft steht und fällt auch hier alles mit der Besetzung der Hauptrolle: Angeblich soll sich der Romanautor den Deutschen Peter Lohmeyer als Besetzung für Carl Mørck gewünscht haben, doch schlussendlich hat Däne Nikolaj Lie Kaas den Zuschlag bekommen – was bei einem dänischen Thriller irgendwie auch authentischer wirkt. Zumal der Mann den unbequemen wie besessenen Ermittler mit einer sympathischen Erdigkeit spielt, die perfekt zu dieser Rolle passt. Ich bin zugegebenermaßen aber auch Fan von Kaas (oder Lie Kaas?), denn der Mann spielt in meinen absoluten Lieblingskomödien mit: „Adams Äpfel„, „Flickering Lights“, „Dänische Delikatessen“, „In China essen die Hunde“ oder „Old Men in New Cars“. Doch auch im Thriller-Genre („Todeshochzeit“, „Bedingungslos“ oder in einer Nebenrolle in der Dan-Brown-Verfilmung „Illuminati“) hat er sich bereits bewährt.

Nach einem missglückten Einsatz, bei dem ein Kollege erschossen und ein anderer schwer verwundet wird, landet der ebenfalls verletzte Carl Mørck nach einjähriger Reha nicht etwa wieder bei der Mordkommission, sondern im neu eingerichteten Dezernat Q. Q wie „Querulantenabstellgleis“: Die einzigen, die mit dem sperrigen Mørck zusammenarbeiten wollten, liegen schließlich im Sarg oder auf der Intensivstation. Mørcks Auftrag: Zusammen mit seinem neuen Assistenten, dem syrisch-stämmigen Assad (Fares Fares), ungeklärte Mordfälle der vergangenen Jahre endgültig abheften. Sprich: stupide Schreibtischarbeit.

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Neues Ermittler-Dreamteam: Mørck und Assad (© Warner)

Eigentlich hat Mørck keinen Bock auf den Scheiß, doch als er zufällig über den fünf Jahre alten Fall der plötzlich verschwundenen Politikerin Merete Lynggaard stolpert, den er seinerzeit selbst gern übernommen hätte, wird sein Ermittlerinstinkt geweckt: Sein verhasster Kollege hat den Fall seinerzeit als Selbstmord deklariert, doch Mørck ist skeptisch: Die hübsche junge Frau verschwand auf einer Fähre, auf die sie mit ihrem behinderten Bruder gegangen war. So etwas macht man doch nicht, wenn man sich ins Meer stürzen will…

Zusammen mit dem charismatischen Assad, der den schlechtesten Kaffee der Welt kocht, rollt Mørck den Fall neu auf – und kommt der grausamen Wahrheit Puzzleteil für Puzzleteil auf die Spur.

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Von wegen Selbstmord: Lynggaard ist irgendwo da draußen (© Warner)

Nicht nur der störrische Mørck, auch Assad ist bestens besetzt in dieser stark (mit clever eingesetzten Rückblenden) inszenierten Bestsellerverfilmung, die die Handlung der Vorlage aufgrund ihrer 90-minütigen Laufzeit naturgemäß ordentlich strafft. Der gelungenen Umsetzung tut das keinen Abbruch: Wer auf spannende Krimikost (der Marke Wallander, Millennium oder Nesbø) mit knarzigen Ermittlern steht, der muss sich „Erbarmen“ unbedingt anschauen.

Und wer danach mehr will, der darf sich freuen: Die zweite Mørck-Verfilmung, „Schändung“, wird bereits mit gleichem Personal abgedreht – insgesamt sollen es zehn Filme werden.

Hier mal in den Trailer reingucken:

Erbarmen - Cover

Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Das kann ich wohl ganz okay, weil ich jahrelang als Redakteur für diverse Film-Magazine gearbeitet habe. Ein feuchtes Höschen bekomme ich bei den „The Raid“-Filmen und „Deadpool“, aber auch Melancholisches wie „Into The Wild“ oder „Only Lovers Left Alive“ und Dänenkomödien à la „Adams Äpfel“ erfreuen mein Herz. Musikalisch kann man mich z. B. mit Ghost, Kvelertak, Mantar und, klar, Maiden gefügig machen. Meine Website: benrocks.de! – oder checkt doch mal @Foitzinger auf Snapchat aus!

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