Endlich: Noah Gordons Roman-Epos DER MEDICUS wurde verfilmt!

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Endlich: Noah Gordons Roman-Epos DER MEDICUS wurde verfilmt!

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Der Medicus

Na, wer kennt ihn noch, Noah Gordons historischen Roman „Der Medicus“, der nach seiner Veröffentlichung 1986 zum Weltbestseller wurde? Kommt, seid ehrlich – ihr habt doch auch eins der über sechs Millionen Exemplare im Bücherregal stehen, die sich seither in Deutschland verkauft haben!? Eine beeindruckende Zahl, die sich nun mit der ersten Verfilmung des Stoffs sicherlich noch mal deutlich erhöhen wird.
Sonderbar, dass sich mit Philipp Stölzl („Nordwand“, „Goethe!“) erst jetzt ein Regisseur an den Erfolgsstoff gewagt hat; andererseits kann man so einen außergewöhnlichen Bucherfolg auch mal schnell in den Wüstensand setzen – die Last der Erwartungshaltung kann manchmal erdrückend sein.

Aber: Bei seinem fantastisch inszenierten, 26 Millionen Euro teuren Abenteuer-Epos (Achtung, Sitzfleisch ist gefragt: Der Film geht 155 Minuten) hat Stölzl so gut wie alles richtig gemacht.

Der junge Rob Cole sehnt sich nach dem Wissen der großen weiten Welt (Der Medicus © Universal)

Der junge Rob Cole sehnt sich nach dem Wissen der großen weiten Welt (Der Medicus © Universal)

Als er zum Waisen wird, weil seine Mutter vor seinen Augen an einer Blinddarmentzündung stirbt, schwört der Bub Rob Cole, Arzt zu werden, um kranken Menschen besser helfen zu können. Er schließt sich dem fahrenden Bader (Stellan Skarsgård) an, der im England des 11. Jahrhunderts der Arzt des kleinen Mannes ist, und erlernt in den folgenden Jahren dessen grobschlächtiges Handwerk.

Doch Rob dürstet nach weiterem Wissen, das ihm weder der Bader noch irgend jemand sonst in Europa vermitteln kann. Als er eines Tages von dem legendären Heiler Ibn Sina („Iron Man 3„-Bösewicht Ben Kingsley) erfährt, der an der Universität im persischen Isfahan Medizin lehrt, begibt sich der ehrgeizige junge Mann (Tom Payne, btw) auf einen gefährlichen Trip ans andere Ende der Welt.

Entschuldigung, geht's hier wohl nach Isfahan? (Der Medicus © Universal)

Entschuldigung, geht’s hier wohl nach Isfahan? (Der Medicus © Universal)

Nach einer anstrengenden Reise, auf der sich Christ Rob als Jude tarnt (die im muslimischen Persien noch geduldet werden), gelangt er tatsächlich in die fortschrittliche Großstadt Isfahan (die im heutigen Iran liegt), wird an der Uni aufgenommen und erweist sich als wissbegieriger und gelehriger Schüler des Meisters.

Doch es brodelt in der Orient-Metropole: Innerhalb der Stadtmauern rebellieren muslimische Fundamentalisten gegen das offene, Juden-tolerante Weltbild des schrillen Schahs (Olivier Martinez – auch als Ex-Macker von Juliette Binoche und Kylie Minogue und jetziger Mann von Halle Berry bekannt), und vor den Toren kämpfen brutale Warlords gegen das Regime des exaltierten Schahs, der erwiesener Gönner von Ibn Sinas Universität ist. Zwar kann Rob seine Wissbegier bezüglich des menschlichen Körpers stillen, doch er sitzt auch auf einem Pulverfass, das bald zu explodieren droht.

Eigentlich eine Todsünde im alten Persien: einen Menschen aufschneiden (Der Medicus © Universal)

Eigentlich eine Todsünde im alten Persien: einen Menschen aufschneiden (Der Medicus © Universal)

Man kann zu Gordons historischem (Trivial-?)Roman stehen, wie man will – diese mit fantastischen Kulissen zu spektakulärem Leinwandleben erweckte Verfilmung ist ein spannendes Abenteuer, das mit seinen imposanten Bildern an legendäre Filmepen wie „Lawrence von Arabien“ erinnert. Dem (noch) eher unbekannten Tom Payne gelingt es zudem, die von Wissensdurst, Pioniergeist und Humanität angetriebene Titelfigur überzeugend darzustellen, und die Nebenrollen sind durch die Bank hervorragend besetzt.

Eher traurige Aktualität erlangt die Verfilmung durch den eskalierenden Kampf der aufeinanderprallenden Religionen und Weltbilder – zeigt aber auch, dass friedliche, konstruktive Koexistenz und Toleranz möglich wäre. Wenn man denn wollte.

Ein lohnender Film für Historien-, Abenteuer- und natürlich die Roman-Fans, den man sich (wenn, dann) definitiv im Kino angucken sollte.

DER MEDICUS startet am 25.12. im Kino.

Hier der Trailer:

Der Medicus

Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Das kann ich wohl ganz okay, weil ich jahrelang als Redakteur für diverse Film-Magazine gearbeitet habe. Ein feuchtes Höschen bekomme ich bei den „The Raid“-Filmen und „Deadpool“, aber auch Melancholisches wie „Into The Wild“ oder „Only Lovers Left Alive“ und Dänenkomödien à la „Adams Äpfel“ erfreuen mein Herz. Musikalisch kann man mich z. B. mit Ghost, Kvelertak, Mantar und, klar, Maiden gefügig machen. Meine Website: benrocks.de! – oder checkt doch mal @Foitzinger auf Snapchat aus!

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