Endlich mal wieder gute Science-Fiction: "Elysium" mit Matt Damon

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Endlich mal wieder gute Science-Fiction: ELYSIUM mit Matt Damon

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Elysium

Mit seinem Regie-Debüt „District 9“ lieferte Neill Blomkamp 2009 einen der visionärsten Science-Fiction-Filme der letzten Jahre ab – ach, was sag ich: einen der visionärsten überhaupt! Weil er dem ausgelutschten Genre tatsächlich noch etwas Neues abgewinnen konnte und dies so glaubwürdig und visuell anspruchsvoll in Szene setzte, wie man es bis dahin lange nicht mehr gesehen hatte. Nun legt der Südafrikaner nach und durfte für „Elysium“ viermal so viel Budget verbrennen wie für seinen gefeierten Erstling (und zwar stolze 115 Millionen Dollar) – hat er seine Seele an Hollywood verkauft?

Klar, wer einen Matt Damon in der Hauptrolle bucht, muss allein dafür einen ordentlichen Batzen auf den Tisch legen. Nicht nur in dieser Beziehung war „District 9“ deutlich günstiger – dessen Lead Sharlto Copley war bis dahin schließlich ein unbeschriebenes (südafrikanisches) Blatt. Und trug durch seine Unbekanntheit bzw. -verbrauchtheit letztlich auch dazu bei, dass „District 9“ so gut funktionierte. Und so ist die vielleicht größte Frage bei „Elysium“ nun: Funktioniert Damon in Blomkamps Sci-Fi-Kosmos oder ist er einfach zu… Matt Damon?

Matt Damon hat sich mal kurz den Body von Vin Diesel ausgeborgt (© Sony)

Matt Damon hat sich mal kurz den Body von Vin Diesel ausgeborgt (© Sony)

Zunächst fällt auf, dass sich der Mann für seine Rolle anscheinend den Körper von Vin Diesel ausgeborgt hat. Aber solange er nicht auch dessen schauspielerische Fähigkeiten übernommen hat, besteht ja noch kein Grund zur Sorge. Als Held wider Willen schlägt sich Matt Damon in dieser düsteren Dystopie letztlich ziemlich achtsam: Er mimt den Fabrikarbeiter Max de Costa, der sich im Jahr 2154 durchs Leben auf der Erde schlägt. Eine Erde, die nicht mehr viel zu bieten hat: Durch Überbevölkerung und Verschmutzung ist der Planet zu einem riesigen Slum verkommen und siecht dahin. Die Reichen haben natürlich längst eine Alternative aufgetan und sich auf die riesige Raumstation Elysium verpieselt, die über der Erde schwebt. Dort leben sie im dekadenten Luxus und wenn sie mal ein Wehwehchen haben, legen sich einfach in ihre Med-Banks und – schwupps! – sind sie wieder kerngesund. Ich will auch sowas!

Klar, dass illegale Schleuserbanden versuchen, die verzweifelten Menschen von der Dritte-Welt-Erde für viel Geld ins gelobte Mercedes-Land Elysium zu bringen, doch deren Verteidigungsministerin (Jodie Foster) und ihr auf der Erde stationierter Brutalo-Agent Kruger (da ist er wieder: Sharlto Copley) sorgen schon dafür, dass das nicht passiert. Als Max bei einem Fabrikunfall einer tödlichen Strahlendosis ausgesetzt wird und nur noch wenige Tage zu leben hat, gibt es auch für ihn nur noch eine Option: Auf nach Elysium, wo die heilenden Med-Banks stehen! Er sucht Hilfe bei Ober-Schleuser Spider, der Max unter einer Bedingung nach Elysium bringen will: Er soll auf der Erde einen hochrangigen Elysianer überfallen und sein Hirn anzapfen, um die Codes zum Verteidigungssystem der Reichen-Hochburg zu stehlen. Der Todgeweihte willigt ein – und trifft schon bald auf den Wahnsinn in Person: Kruger.

Oh-oh: Max hat Kruger sauer gemacht - das gibt Dresche... (© Sony)

Oh-oh: Max hat Kruger sauer gemacht – das gibt Dresche… (© Sony)

Jeder gute Sci-Fi-Film lebt von seinem Antagonisten – und im wahnsinnigen Kruger (und Jodie Foster als eiskalter Superbitch) hat „Elysium“ einen ziemlich finsteren: Der Typ grillt gerne unförmige Fleischbrocken auf seinem Favela-Dach, schießt mit seiner Superkanone Flüchtlingsraumschiffe ab und hat immer alles am Mann, was man als pathologischer Menschenfeind eben so braucht – Unsichtbarmachschilder, Macheten, Samuraischwerter und anderes todbringendes Gedöns. Guter Mann, dieser Copley!

In seiner Zwei-Welten-Teilung (und nicht nur darin) erinnert „Elysium“ nicht selten an Kollegen wie „Total Recall„, funktioniert als Symbiose aus Sozialkritik und Sci-Fi-Vision aber deutlich besser. Die Inszenierung ist mit ihrem dreckigen Erd- und himmlischen Elysium-Look gut gelungen und wartet mit etwas auf, was schon „District 9“ auszeichnete und sonst so vielen Genre-Beiträgen abgeht: Glaubwürdigkeit. Natürlich kommt auch die Action nicht zu kurz, bei der vor allem die (Exoskelett-) Fights zwischen Max und Kruger ordentlich scheppern – dito für den fetten Score.

Hat zwar zwei Streben mehr, sieht aber trotzdem aus wie ein astraler Benz-Stern: Elysium (© Sony)

Hat zwar zwei Streben mehr, sieht aber trotzdem aus wie ein astraler Benz-Stern: Elysium (© Sony)

Ursprünglich sollten übrigens zunächst der südafrikanische Rapper Ninja und nach dessen Absage kein Geringerer als Eminem die Hauptrolle übernehmen. Als es auch mit Mr. Slim Shady nicht klappte, holte Blomkamp mit Damon seine dritte (und vermutlich teuerste) Option an Bord. Aber hat ja letztlich ganz gut funktioniert.

Auf nach „Elysium“!

Der JETZT im Kino läuft.

Hier ein kleiner Probe-Clip inklusive Trailer:

Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Das kann ich wohl ganz okay, weil ich jahrelang als Redakteur für diverse Film-Magazine gearbeitet habe. Ein feuchtes Höschen bekomme ich bei den „The Raid“-Filmen und „Deadpool“, aber auch Melancholisches wie „Into The Wild“ oder „Only Lovers Left Alive“ und Dänenkomödien à la „Adams Äpfel“ erfreuen mein Herz. Musikalisch kann man mich z. B. mit Ghost, Kvelertak, Mantar und, klar, Maiden gefügig machen. Meine Website: benrocks.de! – oder checkt doch mal @Foitzinger auf Snapchat aus!

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