Das Warten hat ein Ende: DER HOBBIT - SMAUGS EINÖDE startet im Kino!

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Das Warten hat endlich ein Ende: DER HOBBIT – SMAUGS EINÖDE startet im Kino!

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Der Hobbit - Smaugs Einöde

Ach, was haben wir diesen Tag herbeigesehnt – nun ist es endlich soweit: Der Mittel(erde)teil von Peter Jacksons „Hobbit„-Trilogie, mit Namen „Smaugs Einöde“, startet ein Jahr nach dem gefeierten Auftakt seiner zweiten Mittelerde-Saga im Kino. Und? Hat sich das lange, bange Warten gelohnt? Oder ist die Fortsetzung von „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ nur ein notwendiger Brückenteil zum epischen Finale Ende 2014?
Ich sag’s gleich ohne Umschweife und frei von der Bierleber weg: Ich war ein wenig enttäuscht von „Smaugs Einöde“. Kann eigentlich gar nicht sein, schließlich war dieser Streifen mein erklärtes Kino-Highlight in 2014! Bevor ich nun filmimmanente Begründungen für meine (leichte, Leute, leichte!) Enttäuschung anführe, zuvor noch zwei äußere Faktoren: Zum einen rafft mich seit gut einer Woche eine gemeine Grippe dahin – und als Mann leide ich da allein aus genetischen Gründen quasi doppelt. Zum anderen trümmerte sich etwa eine Stunde nach Beginn der Pressevorführung (!?!) wie aus dem Nichts eine „Dame“ in den Kinosessel neben mir und walzte dabei mein Käsebrot platt, nach dem sich mein knurrender Magen bereits sehnlichst verzehrte. Dass die Lady im weiteren Verlauf des Films permanente unqualifizierte Kommentare von sich gab, trug ebenfalls nicht gerade zum gelungenen Gesamtergebnis bei.

Doch genug gejammert und fadenscheinige Erklärungen an den fettigen Haaren herbeigezogen – kommen wir zum Film:

Bilbo hat inzwischen gelernt, welches Ende in den Gegner rein muss (Der Hobbit - Smaugs Einöde - © Mark Pokorny/Warner)

Bilbo hat inzwischen gelernt, welches Ende in den Gegner rein muss (Der Hobbit – Smaugs Einöde – © Mark Pokorny/Warner)

„Smaugs Einöde“ beginnt mit einer Rückblende ins „Prancing Pony“ in Bree, wo Gandalf den allein reisenden Thorin aufspürt, der gehört hat, dass sein verschollener, angeblich dem Wahnsinn verfallener Vater in dieser Gegend gesichtet wurde. Gandalf warnt ihn, dass dunkle Mächte einen Preis auf Thorins Kopf ausgesetzt haben, und ermutigt ihn, sein Erbe anzutreten und den Drachen Smaug vom Zwergenschatz im Berg Erebor zu vertreiben.

Zurück in die ans Ende des ersten Teils anschließende „Gegenwart“: Bilbo, die Zwergenkolonne und Gandalf werden auf ihrem Weg zum Erebor immer noch von den Orcs um Azog den Schänder verfolgt. Da der Bursche auch einfach zu geil aussieht, hier noch mal eine optische Erinnerung:

Achtung, Füttern verboten! (Der Hobbit - Smaugs Einöde - © Warner)

Achtung, Füttern verboten! (Der Hobbit – Smaugs Einöde – © Warner)

Es gibt nur noch eine Rettung: Die Hütte von Gestaltenwandler Beorn, der mal als (mehr oder weniger) Mensch, dann wieder als garstiger Riesenbär unterwegs ist, der auch vor wohlgesonnen Gästen keinen Halt macht. Immerhin frisst er die Reisegemeinschaft nicht (dann wäre der Film ja auch vorbei). Ziemlich schade: Dieser interessante Charakter bekommt kaum Leinwandzeit – nach gefühlten fünf Filmminuten stehen Gandalf und Co. schon am Eingang des schwarzen Mirkwood Forests. Warum die Hektik? Und warum sehen die in Beorns Wohnzimmer stehenden Ochsen aus wie Tierattrappen? Keine Ahnung, dieser hektische Auftakt und das kulissenhafte Interieur von Beorns Hütte waren jedenfalls das Erste, was mir irgendwie komisch vorkam.

Zumal es im weiteren Verlauf diverse Szenen gibt, die unnötig in die Länge gewalzt werden: Gandalfs sich selbst repetierende Begegnung mit dem Necromancer zum Beispiel, oder die ziemlich alberne „Romanze“ der holden Elbenmaid Tauriel mit einem der Zwerge – die eigentlich nur den Zweck erfüllt, die Figur Tauriel (die im Buch nicht vorkommt) längerfristig an der Handlung zu beteiligen. Warum mussten diese ganzen Kinkerlitzchen implementiert werden? Ach ja, richtig… irgendwie musste der dünne „Hobbit“ ja auf drei Zweieinhalbstundenfilme aufgeblasen werden.

Andererseits wollen wir uns ja gar nicht beschweren. Denn:

Was fürs Auge: Elbin Tauriel. (Der Hobbit - Smaugs Einöde - © Warner)

Was fürs Auge: Elbin Tauriel. (Der Hobbit – Smaugs Einöde – © Warner)

Zumal Tauriel in puncto Action ordentlich Kette gibt: Wie sie im Blutrausch einen Ork nach dem anderen platt macht und dabei selbst Orkhobbyschlächter Legolas in den Schatten stellt, ist schon eine furiose Angelegenheit. Überhaupt sind es in „Smaugs Einöde“ eher die epischen Jagd- und Kampfszenen, die in Erinnerung bleiben – die ruhigen und emotionalen Momente bleiben diesmal ein wenig auf der Strecke. Aber das war ja letztlich im „Herr der Ringe“-Mittelteil – „Die zwei Türme“ – ähnlich.

Was auffällt, ist eine gewisse Parallelität der Szenen zu denen aus „Der Herr der Ringe„: Die Fässerflucht der Zwerge aus der Elbengefangenschaft erinnert an die Kanureise auf dem Anduin, die Verfolgung der Orkhorde durch Legolas und Tauriel an die Treibjagd von Aragorn, Gimli und Legolas, und die Begegnung mit dem Drachen im Innern des Erebor an die Reise der Gemeinschaft des Ringes durch die Minen von Moria. Sogar zwischen „Hobbit 1“ und „Hobbit 2“ gibt es gewisse Parallelen: Im ersten Teil wurde die Reisetruppe von Bergtrollen gefangen und zum Verspeisen vorbereitet, im zweiten geschieht das Gleiche mit den Riesenspinnen. In Teil 1 spielt Bilbo ein intensives Psychospielchen mit Gollum, in Teil muss er sich mit Smaug messen. Im Buch ist mir das nie wirklich (negativ) aufgefallen, in den Filmen nun schon: Was vermutlich daran liegt, dass die Inszenierung der jeweiligen Szenen ziemlich ähnlich ausgefallen ist. Zumal Jackson auch auf die bewährte Montage aus „Der Herr der Ringe“ zurückgreift und die Handlung in mehrere Stränge zerteilt, zwischen denen er munter hin und her wechselt. War das in der ersten Trilogie immerhin buchgetreu und spannend, wirkt es hier nun ein wenig zu künstlich. Kein Wunder, schließlich hat Jackson das eigentliche „Hobbit“-Buch durch einen epischen Storyunterbau aus Tolkiens anderen Mittelerde-Werken und Appendizes erweitert.

Langsam geht Gandalf ein Licht auf, welch düstere Mächte hier am Werke sind... (Der Hobbit - Smaugs Einöde - © Warner)

Langsam geht Gandalf ein Licht auf, welch düstere Mächte hier am Werke sind… (Der Hobbit – Smaugs Einöde – © Warner)

Eigentlich wollte ich diesmal gar nicht so viel schreiben. Das hat ja wieder hervorragend funktioniert.

Schließen wir also die „Hobbit„-Exegese mit folgenden (relativierenden) Gedanken: „Smaugs Einöde“ ist ein furioses Fantasyspektakel mit grandiosen Actionszenen, fantastischer Optik, spannenden Charakteren und einer erfrischenden Prise (Hobbit-) Komik. Bei der ein oder anderen Szene hat Jackson meiner Meinung nach nicht die richtige Pace gefunden, aber das ist ja letztlich nur mein Eindruck gewesen. Vielleicht war ich auch einfach übermotiviert, wäre schließlich nicht das erste Mal gewesen: Je sehnsüchtiger man einen Film erwartet, desto mehr können diese Erwartungen natürlich enttäuscht werden. Obwohl ich auch sagen muss: Am Anfang und Ende des ersten Teils hatte ich eine Gänsehaut. Diesmal nicht.

Fakt ist: Jeder Fan von Jacksons Tolkien-Filmen muss natürlich auch „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ sehen, und keiner davon wird den Kinobesuch danach ernsthaft bereuen. Ich werde mir den Film in jedem Fall noch ein zweites Mal reinziehen – und zwar ohne Erkältung. Und mit Ersatz-Käsebrot.

Wer den Film gesehen hat, möge hier doch gerne seinen Senf dazu abgeben. Täte mich durchaus interessieren.

Na denn, auf: DER HOBBIT – SMAUGS EINÖDE startet heute im Kino.

Hier noch mal ein Trailer:

Der Hobbit - Smaugs Einöde

Autor: Ben

Moin! Ich bin Ben und schreibe seit 2013 für den EMP-Filmblog. Davor habe ich jahrelang als Redakteur für diverse Filmmagazine gearbeitet sowie für einschlägige Metalmedien geschrieben und fotografiert. Lieblingsfilme? Zu viele. Unter anderem aber die „The Raid“-Filme, „Into The Wild“ und „Adams Äpfel“. Lieblingsserien? "Breaking Bad", "Better Call Saul", "Game Of Thrones", "Mad Men" und und und. Musikalisch kann man mich - wenn man wollte - mit Bands wie Ghost, Kvelertak, Mantar, Parkway Drive und, klar, Maiden gefügig machen. Besucht mich doch mal bei Instagram, wo ich meine Livebilder aus dem Metal- und Rock-Game zur Schau stelle: @67rocks.

Ein Kommentar

  1. Fand den Film auch nicht so dolle.
    Die Ochsen gibts allerdings wirklich, habe sie beide gefüttert und gestreichelt während meines Neuseeland Aufenthaltes, sie leben auf der Farm von Fraser und Karen Nähe Christchurch, wo ich wohnte. Fraser ist Statist bei den Filmen.

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