Call of Duty WWII: Im Test

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Call of Duty WWII: Im Test

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Call of Duty WWII

Alljährlich erklingt pünktlich zum Weihnachtsgeschäft der Ruf nach Freiheit und Activision schickt den geneigten Shooter-Fan mit seiner Call of Duty Reihe auf’s virtuelle Schlachtfeld. Dieses Jahr macht da keine Ausnahme und seit Anfang November kann man sich auf dem PC, der PS4 und der Xbox One in den Kugelhagel stürzen.

Der Zusatz WWII verrät es bereits: Activision kehrt zu den eigenen Wurzeln zurück und katapultiert das Spiel in den 2. Weltkrieg, wo damals (2003) auch der Grundstein der Serie gelegt wurde.

In den letzten Jahren spielten die Teile eher in der nahen und fernen Zukunft bzw. in fiktiven Settings. Jetzt geht es also wieder ernster und realistischer zur Sache. Die Thematik rund um den 2. Weltkrieg ist sensibel und dazu in vielen Shootern schon umgesetzt worden, man kann also gespannt sein, ob Activision der Spagat zwischen Anspruch, Realismus und Spielbarkeit gelungen ist.

Call of Duty WWII

© Activision

Die Kampagne: Band of Brothers light

In der Kampagne schlüpft man als Spieler in die Rolle von Ronald „Red“ Daniels, der sich zusammen mit seinem Squad durch die Westfront kämpft. Beginnend mit der bekannten Landung in der Normandie am Omaha Beach kämpft man sich durch insgesamt 12 Kapitel, die allesamt mehr oder weniger bekannten neuralgischen Schlachtpunkten nachempfunden sind.

Spielerisch erwartet euch die gewohnte COD-Shooterkost, wobei die Kampagne glücklicherweise auch ab und an das Tempo rausnimmt. Ruhige Schleichpassagen bieten z.B. eine schöne Abwechslung zum permanenten Kugelhagel auf dem Schlachtfeld. Auch dürfen wir eine Flak besetzen, fahrbare Untersätze steuern und sogar in die Luft gehen.

In den knapp 7 Stunden der Kampagne geht es also abwechslungsreich und stellenweise überraschend zu.

Die Story wird durch schick animierte Zwischensequenzen vorangetrieben und neben dem üblichen Pathos finden sich hier auch leise und kritische Zwischentöne. Bemerkenswert.

Ach ja: spielerisch müssen sich COD-Veteranen im Vergleich zu den letzten Jahren umstellen. Es gibt keine regenerative Energie mehr, die guten alten Medi-Packs sind zurück. Fortan heißt es also: Schutz suchen und das passende Zeitfenster zum Heilen finden. Ebenso ungewohnt ist anfangs das langsame Nachladen der Waffen. Auch hier muss das Timing passen.

Call of Duty WWII

© Activision

Der Multiplayer: ab ins Hauptquartier

Die größte Neuerung im Multiplayer ist wohl das Social-Hub. Anstatt eines drögen Menüs hat sich Activision dazu entschieden dem Spieler ein interaktives Hauptquartier zu spendieren. Man läuft nun also an einem Strand in der Normandie umher und klappert hier Auftraggeber, NPCs etc. ab. An sich eine schöne Idee, aber ob man sich auf Dauer doch nicht lieber schnell durch Menüs klicken möchte?

Eine weitere Änderung: statt Rigs und Klassen gibt es jetzt 5 Divisionen. Für eine müsst ihr euch anfangs entscheiden, die Rollen hier sind klassisch gehalten. Infantrie ist recht einfach spielbar und eignet sich für Einsteiger, daneben gibt es z.B. Sprengstoffexperten oder Fernkämpfer.

So richtig eingeschränkt ist man übrigens nicht. Die Wahl der Division hat eine Auswirkung auf Skills und Perks, aber nicht auf die Auswahl der Waffen.

Call of Duty WWII

© Activision

Vom Umfang her haben es 10 Karten in das Spiel geschafft (mehr kommen dann per DLC). Die Auswahl ist gut, die Abwechslung ebenfalls und auch die Qualität der Karten ist gut. Bei den Modi gibt es wenig Überraschungen, hier gibt sich Activision eher konservativ und hält an seinen klassischen Modi fest. Den „Football“ Modus kann man als halbwegs neu bezeichnen. Hier muss ein Ball in die gegnerische Basis getragen werden. Kommt euch bekannt vor? Richtig. Gab es in ähnlicher Form schon im Uplink Modus.

Die interessanteste Neuerung dürfte der Krieg-Modus sein. Hier gilt es mit seinem Team verschiedene Bedingungen zu erfüllen um auf der Karte vorrücken zu können. Das gegnerische Team versucht dieses zu verhindern, dadurch ergeben sich dynamische und spannende Gefechte. Leider gibt es für diesen Modus bisher nur 3 Karten, so dass man hier relativ schnell „alles“ gesehen hat.

Call of Duty WWII

© Activision

Und dann sind da ja noch die Zombies

Ein Koop-Highlight ist für viele COD Fans seit Jahren der Zombie-Modus. Hier gilt es sich kooperativ durch immer stärker werdende Untoten-Wellen zu kämpfen und sich mit Waffenupgrades und Perks das Leben zu erleichtern.

Nachdem man im letzten Jahr abgefahrene Karten im 80er Style aufgefahren hat (wer wollte nicht schon immer zu Hasselhoffs „I’ve been looking for freedom“ Zombiekömpfe platzen lassen), geht es bei WWII deutlich düsterer und klaustrophobischer zur Sache.

Die bisherige Karte „Mittelburg“ verschlägt die Spieler in ein fiktives deutsches Kaff, in dem es von Nazi-Zombies nur so wimmelt. Ist natürlich Geschmackssache ob man es lieber abgefahren und bunt oder ernst und düster mag. Spaß macht es allemal, bestenfalls mit ein paar Freunden im Schlepptau.

Technisch ein Brett

Bei der Technik gibt es nicht viel zu kritisieren. Wie gewohnt flutsch der Shooter mit 60 Bildern pro Sekunde über den Bildschirm. Die Spielbarkeit ist klasse, ebenso die Soundkulisse. Egal ob wuchtige Explosionen oder Schüsse, die euch um die Ohren fliegen: alles klingt plausibel und ist mit dem richtigen Equipment auch gut zu orten.

Call of Duty WWII

© Activision

Fazit

Ja, ich war skeptisch. Die letzten Teile von Call of Duty konnten mich nur in Teilen überzeugen und begeistern. Die Ausrichtung in fiktive Szenarien hat mir nur bedingt gefallen und die Serie hat mich mit Infinite Warfare fast verloren.

Als ich hörte, dass es dieses Jahr wieder zurück in ein 2. Weltkriegsszenario, war ich auch nicht unbedingt begeistert. Dieses Setting ist für meinen Geschmack nicht einfach umzusetzen und zudem schon viel zu oft umgesetzt worden. Es dürfte also schwierig sein, sich mit einem neuen Call of Duty WWII-Titel aus der Masse abzuheben.

Nach jetzt fast 14 Tagen mit dem Spiel muss ich aber sagen, dass ich in vielen Punkten zufrieden bin. Die Kampagne ist besser als erwartet, der Multiplayer macht Spaß und Zombies plätten im Koop geht auch immer. Und das altbackene Spielprinzip mit Medi-Packs und ohne übertriebenes Move-Set fühlt sich für meinen Geschmack auch unerwartet frisch an.

Trotzdem bleiben auch ein paar Kritikpunkte: die Auswahl der Maps könnte gerade im Krieg-Modus größer und variantenreicher sein. Auch vom neuen interaktiven Hub im Multiplayer bin ich nur bedingt ein Freund. Auch das Matchmaking ist gerade  auf der PS4 teilweise ein großer Krampf mit langen Wartezeiten. Hier muss Activision unbedingt nachbessern.

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Wir sehen uns beim nächsten Einsatz!

Ein Gastbeitrag von Stefan Bischoff

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